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13.03.2026
13:00 Uhr
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Für die Route durch die Straße von Hormus haben deutsche Handelsschiffe um Militärschutz gebeten. Der Kanzler lehnte das ab, die USA wollen möglicherweise einspringen.

Wegen der zunehmenden Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf im Rahmen des Kriegs gegen den Iran hat der Verband Deutscher Reeder (VDR) militärischen Begleitschutz für Handelsfahrende gefordert. In der Meeresenge der Straße von Hormus gebe es "nur eine einzige Zufahrt und einen einzigen Weg raus aus dem Seegebiet", sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger dem Bayerischen Rundfunk. "Das gilt es zu schützen, wenn man möchte, dass die Handelsschiffe wieder aus der Region raus können." Seit dem Kriegsbeginn ist der wichtige Seeweg vor der iranischen Küste schwierig befahrbar, der Iran drohte mit weiteren Angriffen . Kröger warnte vor der Gefahr für die Besatzungen von Handelsschiffen, die die Straße von Hormus durchfuhren. Die Lage sei "ernst bis besorgniserregend". Derzeit seien rund 30 deutsche Schiffe in der Region unterwegs. "Beschossen wurden ungefähr 20. Bisher ist nur ein Fall bekannt, wo auch ein deutsches Schiff tatsächlich Schaden genommen hat", sagte er. Ein Schiff der deutschen Reederei Hapag-Lloyd war am Donnerstagmorgen von Splittern getroffen worden und in Brand geraten. Dem Unternehmen zufolge wurde das Feuer gelöscht, die Crew sei unversehrt geblieben. "Deswegen fragen wir die Bundesregierung, aber auch die internationale Community, dass dieser Schutz gewährt wird und Fregatten dorthin gelegt werden, damit die Schiffe auch wirklich rauskommen", sagte Kröger mit Blick auf die iranischen Angriffe. Die strategisch und ökonomisch wichtige Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft , ist seit Beginn der israelischen und US-Angriffe auf den Iran am 28. Februar de facto gesperrt. Der Iran hat auch Frachtschiffe in der Meeresenge angegriffen. Merz sieht keine Notwendigkeit zum Einsatz Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht derzeit jedoch keinen Anlass für einen internationalen Militäreinsatz zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus. Er kritisierte bei seinem Besuch in Norwegen dagegen, dass weiterhin keine Strategie erkennbar sei, wie der Krieg zu Ende gebracht werden solle. "Im Augenblick gibt es aus meiner Sicht deswegen auch keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken", sagte Merz. "Ich will es noch einmal sehr deutlich sagen: Deutschland ist nicht Teil dieses Kriegs , und wir wollen es auch nicht werden." Alle Bemühungen seien darauf gerichtet, den Krieg zu beenden. Auch der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte, es gebe keine Pläne für einen Militäreinsatz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte eine internationale Mission bei einer Schalte der G-7-Staaten zur Eskortierung von Öltankern und Frachtschiffen durch Kriegsschiffe vorgeschlagen . "Die Voraussetzungen dafür sind derzeit nicht gegeben. Die Meerenge ist ein Kriegsschauplatz, aber diese Arbeit muss organisiert werden", sagte er. US-Präsident Donald Trump stellte dagegen Begleitschutz der USA für Schiffe in der Straße von Hormus in Aussicht. Das könne man tun, falls dies nötig sei, sagt er dem Sender Fox News. Um den Ölpreisschock zu mildern, hatte Trump einen solchen Einsatz bereits früher vorgeschlagen.