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23.09.2026
16:16 Uhr
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Wie Deutschland bis 2045 klimaneutral werden soll, dafür gibt es jetzt einen Plan: TAFF-Roadmap heißt er – und beinhaltet bekannte Maßnahmen. Der WWF ist nicht überzeugt.

Die Bundesregierung hat einen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien festgelegt. Das Kabinett verabschiedete die sogenannte TAFF-Roadmap , die auf den Beschlüssen der Weltklimakonferenzen aufbaut, wie ein Sprecher des Bundesumweltministeriums mitteilte. TAFF steht für Transitioning Away from Fossil Fuels. Man wolle mit dem Plan »weitere Dynamik in dem Prozess erzeugen«, international schrittweise von den fossilen Brennstoffen wegzukommen, sagte der Sprecher. Immer mehr Ländern werde auch deswegen bewusst, »wie teuer und wie gefährlich« diese Abhängigkeit sei, weil die Lage an der Straße von Hormus darüber entscheide, »ob Menschen sich den täglichen Weg zur Arbeit noch leisten können«. Das Dokument enthält keine neuen Klimaziele, sondern bündelt dem Sprecher zufolge »bekannte Maßnahmen«, mit denen Deutschland bis 2045 klimaneutral werden will. Deutschlands Fahrplan setze dabei zum einen auf die wachsende Nutzung erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung und zum anderen auf die Elektrifizierung von Mobilität, Wärmeerzeugung und industriellen Prozessen. Zur Stromerzeugung heißt es in einer Mitteilung des Umweltministeriums: Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien solle bis 2030 auf mindestens 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs steigen – begleitet vom Kohleausstieg bis 2038 und dem Ausbau der Stromnetze. Zudem sollten Gaskraftwerke auf grünen Wasserstoff umgestellt werden, »so dass 2045 ein klimaneutraler Kraftwerkspark ohne fossile Energien steht«. Neben Deutschland haben sich bisher Frankreich und die Niederlande eine TAFF-Roadmap gegeben. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will den Fahrplan bei der UN-Generalversammlung in New York vorstellen. WWF wirft Bundesregierung widersprüchliches Handeln vor Die Umweltschutzorganisation WWF sprach von einem »begrüßenswerten Zeichen« – inhaltlich sei der Fahrplan den Anforderungen der Realität aber nicht angemessen. Eine deutsche Roadmap beflügle hoffentlich die Entstehung weiterer Roadmaps bis zur großen Klimakonferenz im November, sagte Fentje Jacobsen vom WWF. Sie zeige aber auch die »fatale Schere zwischen Deutschlands internationalem Auftreten und nationalem Handeln«. Denn die aktuelle Politik der Bundesregierung stehe einer Abkehr von fossilen Energieträgern entgegen. Tatsächlich gibt es in den Reihen der Koalition Forderungen, den Umstieg auf Elektroautos und Wärmepumpen zu verlangsamen oder die CO₂‑Bepreisung abzuschwächen. »Erneuerbare sollen ausgebremst werden, die Nutzung von Gas ausgeweitet und verlängert«, sagte Jacobsen. Statt sich »unabhängig und zukunftsfest aufzustellen«, setze die Regierung auf kurzfristige Maßnahmen gegen die fossile Energiepreiskrise, ohne deren strukturelle Ursachen anzugehen. Die Politikbeauftragte von der Naturschutzorganisation BUND, Verena Graichen, sagte, Deutschland werde die »Fesseln der fossilen Abhängigkeit« nur abschütteln, wenn die Bundesregierung konsequent auf Erneuerbare und Elektrifizierung setze. Aktuell gingen die Beschlüsse der Regierung in die entgegengesetzte Richtung . »Sie hat das fossile Weiter-so im Heizungskeller beschlossen, stellt das EU-Verbrenner-Aus infrage und schickt sich gerade an, die Energiewende hart auszubremsen«, kritisierte Graichen.