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09.03.2026
09:48 Uhr
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So stark wie seit zwei Jahren nicht mehr sind Aufträge in der Industrie eingebrochen. Auch die Produktion wurde in einigen Bereichen gedrosselt.

Die deutsche Industrie hat zu Beginn des Jahres einen deutlichen Einbruch bei Aufträgen verzeichnet. Dem Statistischen Bundesamt zufolge brachen sie im Januar so stark ein wie seit zwei Jahren nicht mehr. Gleichzeitig wurde die Produktion den zweiten Monat in Folge gedrosselt. Das Neugeschäft schrumpfte um 11,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit endete eine Serie von vier Anstiegen in Folge, zu denen staatliche Großaufträge für Rüstung und Infrastruktur beitrugen. Ökonomen hatten zuvor noch einen weniger starken Rückgang erwartet. Industrie, Bau und Energieerzeuger stellen im Januar außerdem 0,5 Prozent weniger her als im Vormonat. Bereits im Dezember hatte es ein Minus von 1,0 Prozent gegeben. Ökonomen hatten ein Wachstum von 1,0 Prozent vorausgesagt. Ölpreis steigt weiter Das Bundeswirtschaftsministerium befürchtet infolge des Irankriegs weitere Rückschläge für die Wirtschaft. Wegen der auf den Weltmärkten gestiegenen Gas- und Ölpreise sei "das Risiko für einen Rückschlag bei der erwarteten Erholung der Industriekonjunktur deutlich gestiegen", teilte das Ministerium mit. Der Ölpreis ist zu Wochenbeginn über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen. Während die Nachfrage aus dem Inland im Januar um 16,2 Prozent zum Vormonat einbrach, sank die aus dem Ausland um 7,1 Prozent. Dabei fiel die Nachfrage aus der Eurozone um 7,3 Prozent, die aus dem Rest der Welt um 7,1 Prozent. Energieerzeugung nahm zu Die Industrie allein stellte im Januar 2,5 Prozent weniger her als im Vormonat. Die Hersteller von Metallerzeugnissen fuhren ihre Produktion mit minus 12,4 Prozent besonders stark herunter. Deutliche Rückgänge gab es auch in der Pharmaindustrie mit minus 11,2 und bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen mit minus 6,8 Prozent. Dagegen nahm die Energieerzeugung mit 10,3 Prozent deutlich zu. "Der deutliche Anstieg in diesem Bereich könnte auf die außergewöhnlich niedrigen Temperaturen im Januar 2026 zurückzuführen sein", teilten die Statistiker mit. Die vielen Eis- und Frosttage wirkten sich auch auf den Tiefbau aus, etwa den Bau von Straßen, Bahnverkehrsstrecken, Brücken und Tunneln: Die Produktion im Tiefbau brach um 7,5 Prozent zum Vormonat ein. Dennoch wuchs die Bauproduktion insgesamt um 2,9 Prozent.