Zeit 10.03.2026
15:35 Uhr

Social-Media-Verbot: Britisches Unterhaus stimmt gegen Social-Media-Verbot für Jugendliche


Eine Initiative des Oberhauses zum Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren ist im britischen Unterhaus durchgefallen. Regierungschef Starmer ist gegen ein Verbot.

Social-Media-Verbot: Britisches Unterhaus stimmt gegen Social-Media-Verbot für Jugendliche
In Großbritannien wird es vorerst kein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige geben. Das Unterhaus des Parlaments stimmte mit klarer Mehrheit gegen eine entsprechende Gesetzesinitiative. Zuvor hatte sich die Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer gegen das vom Oberhaus angestoßene Projekt ausgesprochen, das sich an entsprechenden Regeln in Australien orientierte. Der Regierungschef lehnt ein Social-Media-Verbot derzeit mit der Begründung ab, dass es zuvor eine ausführliche Konsultation mit Experten, Internetkonzernen und Kinderschützern geben solle. Der entsprechende Prozess war in der vergangenen Woche von der Regierung angestoßen worden. Mehr als 100 Labour-Abgeordnete enthalten sich Für das Verbot stimmten im Unterhaus 173 Abgeordnete, 307 stimmten dagegen. Auffallend war, dass sich mehr als hundert der 404 Labour-Abgeordneten enthielten, was nach Ansicht von Beobachtern als Kritik an der Regierungslinie gewertet werden könnte. Dutzende Labour-Abgeordnete haben Premierminister Starmer bereits öffentlich aufgefordert, ein Verbot zu unterstützen. Bereits im Januar hatte das Oberhaus des Parlaments für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gestimmt . Auch prominente Persönlichkeiten wie der britische Schauspieler Hugh Grant haben sich für ein Verbot ausgesprochen. In der Bevölkerung ist der Vorschlag ebenfalls populär. Einige Organisationen für Kinderschutz warnen allerdings davor, dass ein Verbot ein falsches Gefühl der Sicherheit schaffen würde. In Australien gilt seit dem 10. Dezember ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Seither nimmt der Staat Anbieter von Onlinediensten wie TikTok, Instagram und Snapchat in die Pflicht, die Konten von Nutzern, die unter 16 Jahre alt sind, zu löschen. Den Plattformen drohen Geldstrafen in Höhe von umgerechnet mehr als 28 Millionen Euro, wenn sie keine "angemessenen Maßnahmen" zur Einhaltung der Vorschriften ergreifen. Auch in Deutschland gibt es Diskussionen um eine derartige Regelung. CDU und SPD wollen ein Verbot für Jugendliche unter 14 Jahren einführen .