Zeit 08.10.2026
23:22 Uhr

Russland: Gerhard Schröder trifft Wladimir Putin an dessen Geburtstag in Moskau


Laut russischen Angaben hat der frühere Bundeskanzler an Putins Geburtstagsfeier teilgenommen. Wegen seiner Russlandbeziehungen steht Schröder seit Jahren in der Kritik.

Russland: Gerhard Schröder trifft Wladimir Putin an dessen Geburtstag in Moskau
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schr\u00f6der (SPD) hat russischen Angaben zufolge an der Geburtstagsfeier von Russlands Staatschef Wladimir Putin in Moskau teilgenommen. Putin habe am Mittwochmorgen aus den Medien von der Anwesenheit Schr\u00f6ders in der russischen Hauptstadt erfahren, teilte das Pr\u00e4sidialamt bei Telegram mit. \u00bbDer Pr\u00e4sident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein.\u00ab Putin feierte am Mittwoch seinen 74. Geburtstag. Das Pr\u00e4sidialamt ver\u00f6ffentlichte Fotos, auf denen die beiden M\u00e4nner sich l\u00e4chelnd die H\u00e4nde sch\u00fctteln. Russische Medien hatten in der vergangenen Woche berichtet, Schr\u00f6der, der seit Langem gute Beziehungen zu Putin pflegt, sei in den Aufsichtsrat des russischen Ablegers der deutschen Marktkette Globus berufen worden. Zu diesem Anlass sei der Altkanzler nach Moskau gereist. Schr\u00f6der war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Der 82-J\u00e4hrige ist mit Putin befreundet und steht unter anderem wegen dieser engen Verbindung und seines Engagements f\u00fcr russische Energieunternehmen seit Jahren in der Kritik. Auch seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich der Altkanzler wiederholt mit Russlands Staatschef getroffen. Im Mai hatte Putin vorgeschlagen, Europa solle Schr\u00f6der als Vermittler in den Gespr\u00e4chen zur Beilegung des Konflikts in der Ukraine ausw\u00e4hlen. Diese M\u00f6glichkeit schlossen die EU-L\u00e4nder schnell aus. Die Gr\u00fcnen-Politikerin Katrin G\u00f6ring-Eckardt und die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europaparlaments, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), bezeichneten Schr\u00f6ders Besuch als Schande. G\u00f6ring-Eckardt schrieb auf der Plattform X: \u00bbEine Schande f\u00fcr Deutschland. Ein Verrat an Europa. Ein B\u00e4rendienst f\u00fcr Frieden.\u00ab Jedoch habe sie nichts anderes mehr von ihm erwartet. Strack-Zimmermann bezeichnete Schr\u00f6der auf X als \u00bbDeutschlands frechsten Rentner\u00ab. Er sei \u00bbzu krank f\u00fcr Untersuchungsaussch\u00fcsse (ganz schlimmer Burnout), aber f\u00fcr gut dotierte Mandate in Russland und Geburtstagsparty zuhause bei Kriegsverbrecher Putin reichts dann doch noch. Eine Schande sondergleichen\u00ab, schrieb die FDP-Politikerin. \u00bbWunderheilung \u00e0 la Rasputin\u00ab Der Chef des CDU-Sozialfl\u00fcgels, Dennis Radtke, kritisierte auf X ebenfalls, Schr\u00f6der sei f\u00fcr einen Untersuchungsausschuss zu krank, aber fit genug f\u00fcr Moskau, Putin und \u00bbeine frische Ladung Rubel\u00ab. Er f\u00fcgte hinzu: \u00bbWunderheilung \u00e0 la Rasputin bei Gerhard Schr\u00f6der.\u00ab 2025 hatte Schr\u00f6der Zeugenaussagen vor einem Untersuchungsausschuss zur Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern im Kontext des Baus der Erdgasleitung Nord Stream 2 mehrfach wegen einer Burn-out-Erkrankung abgesagt.