Zeit 20.03.2026
12:21 Uhr

Radioaktiver Atommüll: Geplante Castor-Transporte werden mindestens 150 Millionen Euro kosten


Radioaktiver Atommüll soll von Jülich nach Ahaus in Nordrhein-Westfalen gebracht werden. Die Kosten sind hoch, aber laut der Gesellschaft JEN noch die günstigste Lösung.

Radioaktiver Atommüll: Geplante Castor-Transporte werden mindestens 150 Millionen Euro kosten
Die geplanten Transporte von hoch radioaktivem Atommüll von Jülich nach Ahaus werden nach Angaben der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) mindestens 150 Millionen Euro kosten. Das gab die technische Geschäftsführerin der JEN, Beate Kallenbach-Herbert, auf einer Bürgerinformation in Ahaus bekannt. Die Ausgaben für den begleitenden Polizeieinsatz über die Autobahnen Nordrhein-Westfalens seien in diesem Betrag noch nicht enthalten. Die Transporte sind laut Kallenbach-Herbert teuer, aber immer noch günstiger, als am Forschungszentrum Jülich ein neues Zwischenlager für 400 Millionen Euro zu bauen. 300.000 Brennelementkugeln Ein konkretes Datum für den Start der Transporte der 152 Castorbehälter mit rund 300.000 Brennelementkugeln von Jülich ins Zwischenlager Ahaus nannte Kallenbach-Herbert nicht. Dies unterliege der Geheimhaltung. Die Behälter sollen einzeln als Schwerlasttransporte mit Spezial-Lkw nach Ahaus gebracht werden. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) hatte im vergangenen Jahr die Genehmigung für die Castor-Transporte erteilt . Grund für den Abtransport aus Jülich ist, dass die Betriebserlaubnis für die dortige Lagerstätte seit Jahren ausgelaufen ist. Das Lager in Ahaus ist lediglich ein Zwischenlager. Kritik von Umweltschützern Die Umweltschutzorganisation Bund war vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg mit einem Eilantrag gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung gescheitert, hat aber Beschwerde dagegen eingelegt. Statt der Transporte fordern Anti-Atomkraft-Initiativen eine weitere Lagerung der Castoren in Jülich und den Neubau eines Zwischenlagers dort. Rund 100 Atomkraftgegner begleiteten die Veranstaltung am Donnerstag in Ahaus mit einer Mahnwache. Sie warnten vor dem "Restrisiko" von Castor-Transporten quer durch Nordrhein-Westfalen. Anti-Atomkraft-Initiativen im Bundesland rechnen bereits für die nächste Woche mit dem ersten Castor-Transport und haben verschiedene Proteste für den "Tag X" angekündigt.