Zeit 24.09.2026
11:15 Uhr

Olympia-Bewerbung: Berlin zieht Bewerbung für Olympische Spiele offiziell zurück


Berlin nimmt sich selbst aus dem Rennen um die Olympia-Bewerbung. Bürgermeister Kai Wegner macht den Sieg der Linkspartei für den Rückzug verantwortlich.

Olympia-Bewerbung: Berlin zieht Bewerbung für Olympische Spiele offiziell zurück
Kurz vor der Entscheidung über die deutsche Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 hat Berlin seine Kandidatur zurückgezogen. »Heute ist ein trauriger Tag für Berlin«, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner bei einer Pressekonferenz. Medienberichte über einen Rückzug Berlins hatte es bereits am Mittwoch gegeben . Die Entscheidung über die deutsche Olympiabewerbung fällt damit zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr. Ursprünglich war auch Hamburg als Kandidat dabei, zog seine Bewerbung aber im Mai nach einem gescheiterten Referendum zurück . Eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) wird den deutschen Bewerber am Samstag in Baden-Baden wählen. »Was die Verbände von uns verlangt haben, konnten wir ihnen nicht bieten – nämlich politische Stabilität«, sagte der Olympia-Beauftragte Kaweh Niroomand. Berlin habe nicht verdient, bei der Abstimmung »abgewatscht« zu werden. »Diese Blamage wollen wir uns ersparen«, sagte Niroomand. Wegner machte den Sieg der Linkspartei um Spitzenkandidatin Elif Eralp für den Rückzug verantwortlich. Nachdem Eralp öffentlich gesagt habe, dass sich die Bewerbung von Berlin erledigt habe, hätten ihm Vertreter von Spitzensportverbänden »klar signalisiert«, dass die Stadt keine Chancen mehr habe, sagte Wegner. Berlin sei eine »Riesenchance« genommen worden. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte bei der Verkündung des Rückzugs: »Für mich ist es der schrecklichste Morgen, den ich bei einer Pressekonferenz erleben darf.« Linke und Grüne gegen die Bewerbung Die Berliner Linkspartei hatte sich bereits im Wahlkampf klar gegen die Bewerbung ausgesprochen. Berlin habe »andere Sorgen als teure Prestige-Events«, hieß es im Wahlprogramm. Nach ihrem Sieg bei der Abgeordnetenhauswahl hatte Eralp gesagt, dass sich die Entscheidung über die Berliner Bewerbung damit erledigt habe. Auch die Grünen, die mit den Linken koalieren wollen, waren gegen die Olympiabewerbung. DOSB-Präsident Thomas Weikert zollte den Berlinern Respekt für ihren Entschluss. Es sei »ein großes Zeichen von Fairness und Respekt«. Es unterstreiche, dass es den Verantwortlichen in der Hauptstadt vor allem darum gehe, die Spiele unabhängig vom Austragungsort »endlich wieder nach Deutschland zu holen«. Die Berliner Chancen auf den Zuschlag waren ohnehin als schlecht eingeschätzt worden. Die Prüfer des DOSB hatten die Berliner Bewerbung schlechter bewertet als die der Konkurrenz. Berlin erhielt in einer Bewertungsmatrix 74,6 von 100 möglichen Punkten und damit deutlich weniger als München (87) und Köln-Rhein-Ruhr (85). Zudem hatte Berlin im Gegensatz zu den anderen beiden Bewerbern kein Referendum über die Bewerbung abgehalten. Olympia-Gegner drohten mit einem Volksbegehren gegen die Bewerbung, was einen Zuschlag für Berlin zu einem Risiko für den DOSB gemacht hätte.