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23.09.2026
14:51 Uhr
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Er leitete ein Gefängnis in Bangui, das als Folterzentrum galt. Ex-Rebellenchef Said Abdel Kani ist der Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig befunden worden.

Ein ehemaliger Rebellenführer in der Zentralafrikanischen Republik ist vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Gräueltaten schuldig gesprochen worden. Mahamat Said Abdel Kani wurden Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Folter und Verfolgung sowie illegale Freiheitsberaubung zur Last gelegt. Seine Schuld sei zweifelsfrei erwiesen, sagte die Vorsitzende Richterin Miatta Maria Samba in Den Haag. Said beging die ihm vorgeworfenen Verbrechen demnach 2013 in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. Er war damals ein Anführer der vorwiegend muslimischen Séléka-Rebellenallianz, die in jenem Jahr den damaligen Staatschef François Bozizé gestürzt hatte. In der Folge kam es zu Kämpfen zwischen den Séléka und den größtenteils christlichen Anti-Balaka-Milizen sowie Splittergruppen. Die Séléka-Rebellen verfolgten dem Gericht zufolge vorwiegend christliche Bürger. Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt, Männer willkürlich inhaftiert, gefoltert und ermordet. Gefangene laut Anklage brutal misshandelt Said leitete von März bis August 2013 das Gefängnis, das die Anklage als »Folterzentrum« beschrieb. Dort wurden Menschen unter erbärmlichen Umständen festgehalten, darunter auch in einem unterirdischen Verlies direkt unter dem Büro Saids. Gefangene wurden dem Gerichtsurteil zufolge mit Gewehrkolben geschlagen und ausgepeitscht. Der heute 56 Jahre alte Ex-Rebellenchef wurde 2021 von der Zentralafrikanischen Republik an den Strafgerichtshof überstellt. Er hat seine Unschuld beteuert. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Die Zentralafrikanische Republik ist mit rund 5,5 Millionen Einwohnern trotz reicher Bodenschätze eines der ärmsten Länder der Welt . Mehr als 700.000 Menschen sind nach UN-Angaben bisher vor dem anhaltenden Konflikt zwischen bewaffneten Gruppen in die Nachbarstaaten geflohen.