Zeit 29.09.2026
14:23 Uhr

Krise in Ceuta: Grenzschutzagentur Frontex soll schnelle Eingreiftruppe erhalten


Auf Anforderung von EU-Mitgliedsländern soll Frontex künftig innerhalb von 24 Stunden zum Einsatz kommen können. Die Neuerung ist eine Reaktion auf die Vorfälle in Ceuta.

Krise in Ceuta: Grenzschutzagentur Frontex soll schnelle Eingreiftruppe erhalten
Als Reaktion auf die Vorfälle in der spanischen Exklave Ceuta plant die Europäische Kommission, die Grenzschutzagentur Frontex mit einer schnellen Eingreiftruppe auszustatten. Frontex müsse innerhalb von 24 Stunden dort sein können, wo die Krise tatsächlich stattfinde, sagte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner bei der Vorstellung eines Aktionsplans zur Sicherung der EU-Außengrenzen. Das Frontex-Personal soll aber demnach weiterhin nur zum Einsatz kommen, wenn ein Mitgliedsland es anfordert. Ende Juli waren rund 72.000 Menschen aus Marokko innerhalb kurzer Zeit nach Ceuta gekommen und hatten eine diplomatische Krise mit Schuldzuweisungen zwischen den EU-Staaten ausgelöst. Danach hatte etwa der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, gefordert, Frontex müsse in solchen Fällen die Kommandogewalt bekommen. Dobrindt will Frontex auch in Drittstaaten einsetzen Brunner kündigte an, dass Frontex künftig auch bei Abschiebungen aus der EU eine größere Rolle spielen soll. Laut Aktionsplan soll die Behörde dafür mehr geschultes Personal bekommen, das in allen Phasen der Abschiebung unterstützen könnte. Genannt wird etwa die Identifikation von Ausreisepflichtigen oder die Koordinierung von Abschiebeflügen. Schon jetzt sind Frontex-Beamte in Deutschland und anderen EU-Mitgliedsländern an Abschiebungen beteiligt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte kürzlich bereits angekündigt, dass Frontex bei Abschiebungen mehr eingesetzt werden solle . Frontex solle künftig dabei unterstützen, »schon in Transitstaaten Rückkehrverfahren zu organisieren« – also in Ländern außerhalb der Europäischen Union. »Natürlich immer nur unter Bereitschaft auch dieser Länder«, sagte Dobrindt. Er sprach von einer »Weiterentwicklung« von Frontex. Dabei gehe es auch um »ein erweitertes Mandat von Frontex«. Dieses sei »dringend notwendig«. Mit dem konkreten Vorschlag der EU-Kommission für ein neues Frontex-Mandat wird Ende Oktober gerechnet.