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17.08.2026
15:59 Uhr
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Wegen der hohen Temperaturen reiften die Trauben für Champagner besonders schnell. Der Klimawandel könnte aber den Charakter des Schaumweins langfristig verändern.

Wegen der extremen Hitze- und Dürreperioden hat die Weinlese in der französischen Champagne in diesem Jahr so früh begonnen wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im frühen 20. Jahrhundert. Der Branchenverband CIVC setzte den offiziellen Erntebeginn auf den 12. August fest – mehr als eine Woche früher als im Vorjahr. Wegen stark sinkender Säurewerte in den Trauben erhielt ein Winzer sogar die Erlaubnis, bereits am 6. August mit der Lese zu beginnen. Höhere Temperaturen beschleunigen die Reifung der Trauben und lassen den Zuckergehalt steigen. Dadurch wird es schwieriger, den typischen Geschmack und die charakteristische Säure des Champagners zu bewahren. Im Durchschnitt haben sich die Erntetermine in den französischen Weinbaugebieten in den vergangenen 50 Jahren um etwa 21 Tage nach vorn verschoben, teilte der Agrarklimatologe Serge Zaka mit. Der Branche setzen jedoch zugleich Ernteausfälle zu: Nach Angaben des CIVC wurden rund 30 Prozent der diesjährigen Traubenernte durch Frühjahrsfrost vernichtet. Wegen der Trockenheit wiegen die Trauben zudem teilweise deutlich weniger. Um die geringeren Erträge auszugleichen, greifen die Produzenten auf Reserveweine zurück. Langfristig dürfte sich durch den Klimawandel auch der Charakter des Schaumweins verändern. Der Champagner könnte künftig schwerer werden und mehr Alkohol enthalten, sagte der Winzer Denis Velut. Deutsche Weinanbaugebiete ernten ebenfalls zeitiger Unterdessen begann auch in den deutschen Weinanbaugebieten die Lese außergewöhnlich früh. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) in Bodenheim mitteilte, reiften die Trauben rund eine Woche früher als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Insgesamt erwarten die Winzer demnach einen qualitativ guten Jahrgang. »Dank der trocken-heißen Witterung der letzten Wochen erfreuen sich die Trauben derzeit in allen deutschen Anbaugebieten bester Gesundheit«, teilte das DWI mit. »Die Verbraucherinnen und Verbraucher können sich von daher auf sehr aromatische und fruchtbetonte Federweiße aus heimischen Regionen freuen.« Die extreme Trockenheit hinterlasse jedoch ebenfalls Spuren, teilte das DWI mit. Auch in Deutschland dürfte die Dürre demnach zu Ertragseinbußen führen. Vielerorts mussten im Sommer an jungen Reben, deren Wurzelsysteme noch nicht so stark ausgebildet sind, Trauben entfernt werden, um sie zu entlasten, teilte das Institut mit. »Ältere Weinberge stehen noch vergleichsweise gut da, sofern sie nicht auf leichten Böden wachsen, die nur wenig Wasser speichern können.«