Zeit 01.06.2026
18:59 Uhr

KI-Unternehmen: Anthropic reicht Unterlagen für US-Börsengang ein


Erst vor wenigen Tagen wurde Anthropic mit 965 Milliarden US-Dollar bewertet – und damit höher als OpenAI. Das Unternehmen startet formal nun den Börsengang.

KI-Unternehmen: Anthropic reicht Unterlagen für US-Börsengang ein
Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat erste formale Schritte eingeleitet, um an die Börse zu gehen. Wie Anthropic mitteilte, sei ein entsprechender vertraulicher Antrag für einen geplanten Börsengang bei der Börsenaufsichtsbehörde (SEC) eingereicht worden. »Das gibt uns die Möglichkeit, nach Abschluss der Prüfung durch die SEC an die Börse zu gehen«, teilte der Entwickler des Chatbots Claude mit. Ein Börsengang hänge von den Marktbedingungen und weiteren Faktoren ab. Die Anzahl angebotener Aktien und der Preis stünden noch nicht fest, hieß es weiter. Das Unternehmen wurde nach einer neuen Finanzierungsrunde erst vor wenigen Tagen als wertvoller als OpenAI bewertet . Anthropic sammelte bei Investoren dabei weitere 65 Milliarden US-Dollar (rund 56 Milliarden Euro) ein und wird nun mit 965 Milliarden US-Dollar bewertet. Auch SpaceX und OpenAI wollen an die Börse Der Schritt von Anthropic folgt auf den geplanten Börsengang des Raumfahrtunternehmens SpaceX von ⁠Elon Musk . SpaceX strebt ​dabei ein Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar bei einer ‌Bewertung von 1,75 Billionen ‌Dollar an. Auch der Konkurrent OpenAI bereitet ​sich auf ein Börsendebüt vor. Er will in den kommenden Wochen ebenfalls einen vertraulichen Antrag für einen ​US-Börsengang stellen, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters Ende Mai sagte. Dabei reicht ein Unternehmen die ‌erforderlichen Unterlagen bei der Börsenaufsicht SEC ein, ​veröffentlicht diese aber erst kurz vor dem Debüt. Anthropic wurde 2021 ⁠von ​ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet und wird unter ‌anderem von den Technologiekonzernen Google und Amazon unterstützt. Zudem wollen Microsoft und Nvidia bis ‌zu 15 Milliarden Dollar in das Unternehmen investieren. Rechtsstreit mit der US-Regierung Anthropic führt derzeit einen Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium. Der Konzern hatte dem Ministerium wegen Sicherheitsbedenken die uneingeschränkte militärische Nutzung seiner KI-Technologien verwehrt, woraufhin das Pentagon Anthropic als »Sicherheitsrisiko in der Lieferkette« einstufte. Kurz danach schloss OpenAI eine Vereinbarung mit der US-Regierung. Deutsche Verfassungsschützer und Sicherheitspolitiker warnen derweil vor Risiken durch das KI-Modell Mythos des US-Unternehmens. Sie fürchten, Kriminelle oder staatliche Akteure könnten Mythos für Cyberangriffe nutzen. Anthropic hat Mythos bislang nicht veröffentlicht. Die US-Behörden sowie eine Handvoll von Konzernen haben testweise Zugriff.