Zeit 18.08.2026
13:03 Uhr

Itamar Ben-Gvir: Zentralrat der Juden distanziert sich von israelischem Minister


Der Zentralrat der Juden hat die menschenverachtenden Worte von Itamar Ben-Gvir verurteilt. Dieser hatte zuvor zur Massentötung von Palästinensern aufgerufen.

Itamar Ben-Gvir: Zentralrat der Juden distanziert sich von israelischem Minister
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Äußerungen des rechtsextremen israelischen Ministers Itamar Ben-Gvir zu Massentötungen von Palästinenserinnen und Palästinensern stark kritisiert. »Ben-Gvirs menschenverachtende Aussagen stehen diametral zu jüdischen Werten und schaden Israels Ansehen«, sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, der Nachrichtenagentur KNA auf Anfrage. Er distanziere sich ausdrücklich. »Das Verhalten von Itamar Ben-Gvir ist zutiefst beschämend und verantwortungslos«, sagte Zentralratspräsident Schuster. »Es veranschaulicht die Gefahr, die von rechtsradikalen Kräften ausgeht.« »Eine Schande für das gesamte jüdische Volk« Auch in Österreich kam Kritik aus jüdischen Gemeinden. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten, Elie Rosen, nannte Ben-Gvir »eine Schande für das gesamte jüdische Volk und eine Schande für den Staat Israel«. Die israelische Regierung müsse sichtbare Konsequenzen ziehen und Ben-Gvir aus der Regierung entfernen, forderte Rosen. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, hat unterdessen EU-Sanktionen gegen Ben-Gvir gefordert. »Ben-Gvirs menschenverachtende Äußerungen kann jeder Mensch nur verurteilen«, sagte Hardt dem Nachrichtenportal Politico . »Die EU sollte ihn sanktionieren als Zeichen für die weltweite Geltung von Menschenwürde und Menschenrechten.« Zudem sei er davon überzeugt, dass ein israelisches Kabinett ohne Ben-Gvir Europa und Israel wieder näher zusammenführen würde. Menschenverachtende Aussagen rechtsextremer Minister Israels rechtsextreme Minister Ben-Gvir und Finanzminister Bezalel Smotrich fordern bereits seit Längerem unverhohlen Massentötungen im Gazastreifen . Unmittelbar vor neuen Vermittlungsgesprächen für eine Beendigung der Konflikte in der Region hatte Ben-Gvir in einem Podcast unter anderem gesagt: »Ich denke, dass man gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 (Menschen) entfernen.« Er beziehe sich dabei nicht nur auf militante Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, sagte der Polizeiminister. Es gebe im Gazastreifen vielmehr Menschen, die es nicht verdient hätten zu leben, behauptete er. Zudem forderte Ben-Gvir wiederholt einen völkerrechtswidrigen Bevölkerungsaustausch in dem Küstenstreifen . Ähnlich forderte Finanzminister Smotrich bereits zuvor die vollständige Eroberung des Gazastreifens.