Zeit 14.08.2026
15:08 Uhr

Israelische Siedler im Westjordanland: Siedler belagern weiter palästinensische Häuser im Westjordanland


Seit mehreren Tagen blockieren israelische Siedler mehrere Häuser von Palästinensern. Die französische Regierung fordert die Festnahme der Siedler.

Israelische Siedler im Westjordanland: Siedler belagern weiter palästinensische Häuser im Westjordanland
Die Blockade israelischer Siedler mehrerer palästinensischer Häuser im Dorf Kusra im Norden des Westjordanlands dauert weiter an. Bewohner berichteten, sie seien von Lebensmitteln und anderen Versorgungsgütern abgeschnitten. Israelische Soldaten griffen mehrfach ein, die Siedler kehrten jedoch immer wieder zurück. Die französische Regierung forderte die israelischen Behörden dazu auf, die Siedler festzunehmen und vor Gericht zu stellen. Man verurteile die Belagerung sowie gegen palästinensische Zivilisten verübte Gewalt »auf das Schärfste«, teilte das französische Außenministerium mit. Armee erklärt Dorf zu Militärzone Aktivisten brachten den belagerten Familien Lebensmittel und Wasser. Begleitet wurden sie von dem Knesset-Abgeordneten Ofer Cassif, der der kommunistischen Partei Chadasch angehört. Er schrieb auf X, dass ihm von Soldaten zunächst der Zutritt zu dem Dorf verwehrt worden sei. Erst nach Intervention eines Sicherheitsbeauftragten der Knesset sei er durch die Polizeisperre gelassen worden. »So sieht Apartheid aus«, schrieb Cassif. Die Jerusalem Post berichtete unter Berufung auf einen Sprecher der israelischen Armee, dass das Dorf Kusra zu einer geschlossenen militärischen Zone erklärt worden sei. Blockade dauert seit Sonntag an Die Blockade der palästinensischen Häuser dauert seit Sonntag an. Eines der betroffenen Häuser gehört einem Mann, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt. Die Blockade dieses Hauses wurde von Mike Huckabee kritisiert, dem US-Botschafter in Israel, der eigentlich als Befürworter der Siedlungspolitik gilt. Er bezeichnete die Belagerung als »schreckliche Terrortat« und sprach von »Rowdytum« . Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind. Unter Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Israel den Siedlungsbau im Westjordanland stark vorangetrieben. Seit dem Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich auch die Lage im Westjordanland deutlich verschärft, wo extremistische Siedler vielfach gegen palästinensische Bewohner vorgehen. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden seither mehr als Tausend Palästinenser und Dutzende Israelis getötet .