Zeit 30.09.2026
10:25 Uhr

Irak: Alle US-Soldaten aus dem Irak abgezogen


Der Einsatz der USA im Irak ist offiziell beendet, alle Soldaten der US-Armee sind abgezogen. Zwei Tage nach dem Irak bestätigte das nun auch die US‑Regierung.

Irak: Alle US-Soldaten aus dem Irak abgezogen
Das US-Militär ist vollständig aus dem Irak abgezogen. Die letzten US-Soldaten hätten das Land verlassen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Am Montag hatten bereits irakische Regierungsvertreter den Abzug aller US-Kampftruppen und Kräfte zur logistischen Unterstützung verkündet. Der Irak will deswegen seine »Unabhängigkeit« feiern, öffentliche Einrichtungen sollen für vier Tage geschlossen bleiben. Auf den Abzug hatten sich der Irak und die USA 2024 geeinigt. In vergangenen Jahren waren nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums noch etwa 2.500 US-Soldaten im Irak stationiert. Zuletzt waren diese in Erbil in der Kurdenregion, an einem Stützpunkt in der Nähe des Flughafens von Bagdad und im Regierungsviertel der Hauptstadt, bekannt als Grüne Zone. Eigentlich sollten die mächtigen, mit dem Iran verbündeten Milizen im Irak parallel zum US-Truppenabzug entwaffnet und in den staatlichen Sicherheitsapparat eingegliedert werden. Der von Ministerpräsident Ali al-Saidi angekündigte Schritt wurde aber aufgeschoben und soll nun im Juni kommenden Jahres stattfinden. Kriegsverbrechen und Folter 2003 waren die USA mit Verbündeten trotz internationaler Kritik im Irak einmarschiert, um den damaligen Machthaber Saddam Hussein zu stürzen. Das hatten US-Politiker unter anderem damit begründet, dass das Land über Massenvernichtungswaffen verfüge, was sich später als Lüge herausstellte. Bei den meisten Historikern und Völkerrechtlern gilt der Krieg, der unter den Namen Irakkrieg, Zweiter Irakkrieg oder Dritter Golfkrieg bekannt ist, als völkerrechtswidriger Angriffskrieg. Alle Seiten verübten Kriegsverbrechen an Soldaten und Zivilisten. 2004 wurde der Abu-Ghuraib-Folterskandal nach Hinweisen eines Whistleblowers bekannt. Dabei waren während der Besetzung des Irak durch die USA Inhaftiere von US-Soldaten misshandelt, vergewaltigt und gefoltert worden – oft bis zum Tod. Die Veröffentlichung von Bildern aus dem Gefängnis sorgten international für Entsetzen und veränderte die Zustimmung für den Militäreinsatz in vielen Ländern. Nach einem Abzug 2011 kehrte das US-Militär 2014 auf Gesuch der irakischen Regierung zurück, um die Terroristen des sogenannten Islamischen Staat (IS) zu bekämpfen. Auch wenn der IS mittlerweile für besiegt erklärt wurde, sind einzelne Zellen weiterhin aktiv und verüben auch Anschläge.