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07.10.2026
10:45 Uhr
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Das Kabinett berät über ein Gesetz, das den Besitz von Vergewaltigungsvideos unter Strafe stellt. Der Entwurf enthält auch Regeln zu unerlaubten sexualisierten Deepfakes.

Besitz, Herstellung und Verbreitung von Vergewaltigungsvideos sollen künftig unter Strafe gestellt werden. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, über den das Kabinett an diesem Vormittag berät. Das Gesetz gegen digitale Gewalt von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) beinhaltet auch Strafvorschriften zum Identitätsmissbrauch – also auch gegen sexualisierte Deepfakes, die unbefugt hergestellt und verbreitet werden . Sexualisierte Deepfakes sind manipulierte Bilder oder Videos, die den Anschein erwecken, eine Person nackt beziehungsweise bei sexuellen Handlungen zu zeigen. Bisher ist es in Deutschland nicht pauschal verboten, Videos einer Vergewaltigung zu besitzen oder gar herzustellen. Auch solch ein Video weiterzugeben ist nicht automatisch strafbar. Es hängt derzeit beispielsweise davon ab, was genau zu sehen ist, wie und wo gefilmt wurde und an wen das Video gelangt. Dem Gesetzentwurf zufolge soll künftig auch jeder mit einer Strafe rechnen, der ohne Erlaubnis Aufnahmen von unbekleideten Genitalien eines anderen Menschen, dem nackten Gesäß oder der weiblichen Brust macht oder diese intimen Bildaufnahmen verbreitet. Die Strafbarkeit für sogenannten digitalen Voyeurismus soll dabei unabhängig davon gelten, ob die unbefugte Aufnahme an einem öffentlichen Ort, etwa in der Sauna oder am FKK-Strand, entstanden ist oder in privaten Räumen. Collien Fernandes prangert seit Monaten Gesetzeslücken an Sollte der Entwurf den Bundestag so passieren, wie von Bundesjustizministerin Hubig vorgelegt, wäre künftig auch das »ansehensschädigende Kommunizieren unter einem Fakeprofil einer real existierenden Person« ausdrücklich strafbar. Hier sind vermutlich auch die Erfahrungen der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes in das Gesetzesvorhaben eingeflossen. Fernandes hatte in einer Recherche des Spiegel ihrem Ex-Mann Christian Ulmen langjährige sexualisierte Gewalt vorgeworfen . Unter ihrem Namen habe Ulmen Fakeprofile auf verschiedenen Onlineplattformen erstellt , Männer aus ihrem beruflichen Umfeld kontaktiert und unter anderem Nacktfotos und Sexvideos verschickt, die Fernandes zeigen sollten. Als sie eine Anzeige gegen unbekannt erstattete, habe Ulmen ihr gegenüber gestanden, das getan zu haben. Ulmens Anwalt teilte mit, es handle sich um eine einseitige Darstellung falscher Tatsachen. Auch sie soll demnach ihm gegenüber gewalttätig geworden sein. Fernandes hat seit Bekanntwerden ihres Falls Gesetzeslücken in Deutschland angeprangert .