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10.03.2026
15:05 Uhr
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Erstmals soll ein Deutscher den Kampf gegen Korruption und Betrug in der EU anführen. Das Europäische Parlament stimmte der Ernennung von Andrés Ritter zu.

Der deutsche Jurist Andrés Ritter wird neuer Europäischer Generalstaatsanwalt. Das Europaparlament gab in Straßburg die endgültige Zustimmung zur Ernennung des 61-Jährigen. Als europäischer Generalstaatsanwalt wird Ritter die seit 2021 tätige Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) leiten. Die EUStA ist eine unabhängige Einrichtung der EU , die Straftaten wie Mehrwertsteuerbetrug, Geldwäsche, Korruption und die Veruntreuung von EU-Mitteln verfolgt und vor Gericht bringt. Ihrem jüngsten Jahresbericht zufolge arbeiteten die Ermittler Ende 2025 an einer Rekordzahl von rund 3.600 aktiven Fällen mit einem geschätzten Gesamtschaden von etwa 67 Milliarden Euro. Der Großteil des Schadens mit geschätzten 45 Milliarden Euro entstand nach Angaben der Behörde durch Zoll- und Mehrwertsteuerbetrug. In Deutschland werden 361 der Fälle untersucht, mit einem geschätzten Schaden von knapp 5,8 Milliarden Euro. Mehr Profit als beim Drogenhandel Ritter ist bereits seit 2020 stellvertretender Leiter der Behörde in Luxemburg , zuvor war er unter anderem Oberstaatsanwalt in Rostock. Er wird den neuen Posten zum 1. November übernehmen. Dann endet das siebenjährige Mandat der derzeitigen EU-Chefanklägerin Laura Kövesi. Die Rumänin war 2019 zur ersten Europäischen Generalstaatsanwältin ernannt worden. Der in Chile geborene Ritter sagte der Nachrichtenagentur dpa, es sei für ihn "überraschend und erschreckend" gewesen, dass das Phänomen des Zoll- und Mehrwertsteuerbetrugs in der EU so lange ignoriert worden sei. Der Gewinn gehe über den des Drogenhandels hinaus und das Risiko der Aufdeckung und Bestrafung sei viel geringer. "Das ist auch für kriminelle Organisationen ein sehr, sehr einträgliches Modell", sagte Ritter.