Zeit 14.08.2026
06:54 Uhr

Dennis Thering: Hamburgs CDU-Landesvorsitzender ruft die Union zu Geschlossenheit auf


Der Hamburger CDU-Chef Dennis Thering kritisiert die aus seiner Sicht missglückte Regierungsumbildung im Bund. Die Kanzlerfrage stelle sich aber nicht, sagt er.

Dennis Thering: Hamburgs CDU-Landesvorsitzender ruft die Union zu Geschlossenheit auf
Nach der parteiinternen Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Hamburgs CDU-Landesvorsitzender Dennis Thering die Union zu Ruhe und Geschlossenheit aufgerufen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa lehnte er eine Personaldebatte über den Kanzler ab. Zugleich forderte Thering die Bundesregierung auf, weitere Reformen auf den Weg zu bringen. »Die Stimmung ist an der Basis aktuell nicht optimal«, sagte Thering mit Blick auf die Kritik an der von Merz vorgenommenen Regierungsumbildung nach dem Rücktritt des Unionsfraktionsvorsitzenden Jens Spahn (CDU). »Die ganze Personalrochade lief nicht rund, und das hat auch jeder mitbekommen. Da gibt es auch nichts schönzureden.« Die schwarz-rote Bundesregierung müsse nun die nächsten Schritte einleiten und weitere Reformpakete auf den Weg bringen, forderte der 42-Jährige. Deutschland stehe vor großen Herausforderungen. Deshalb müsse die Bundesregierung jetzt weiter liefern. Zugleich warnte er davor, bereits jetzt die Kanzlerfrage zu stellen. »Von einer Personaldiskussion um den Kanzler halte ich nichts«, sagte der CDU-Politiker. Merz sei für vier Jahre gewählt und müsse sich jetzt in schwierigen Zeiten weiter beweisen. Das sei natürlich auch die Erwartung der Landesverbände, sagte Thering. Spahns Rücktritt löste Personalrochade aus Auslöser von Merz’ Personalrochade war, dass der bisherige CDU-Fraktionschef Jens Spahn Mitte Juli öffentlich machte, dass er und sein Ehemann Daniel Funke mithilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen haben. Damit umging das Paar ein in Deutschland geltendes Verbot und einen Parteitagsbeschluss der CDU. Spahn trat nach heftiger Kritik aus der Union und einer Aufforderung des Kanzlers zurück . In den darauffolgenden Wochen machte sich in der Union immer größerer Unmut über die Personalentscheidungen breit – vor allem über den Rauswurf von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder . Diesen hatte Merz über dessen Entlassung informiert. Wegen der kurzfristigen Absage des ursprünglich für die Nachfolge vorgesehenen Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler wurde das aber drei Tage lang nicht kommuniziert. Schließlich bat Schnieder selbst um Entlassung, um den »unwürdigen Zustand« zu beenden.