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10.03.2026
11:25 Uhr
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Die DLRG zählt 393 tödliche Unglücke in offenen Gewässern. Das sind 18 Todesfälle weniger als 2024. Die Zahl der Ertrunkenen unter 30 Jahren ist aber deutlich gestiegen.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat 393 tödliche Unglücke im vergangenen Jahr in deutschen Gewässern verzeichnet. Das sind 18 Todesfälle weniger als im Jahr 2024. Die meisten Badeunfälle ereigneten sich im Juni. "Wäre es in der folgenden Hauptferienzeit weiterhin so sonnig und heiß geblieben, hätten wir wohl erneut einen Anstieg der Opferzahl vermelden müssen", sagte die Präsidentin der DLRG, Ute Vogt. Denn insbesondere bei gutem Sommerwetter steige die Zahl der Unfälle sprunghaft an. Trauriger Höhepunkt war ein Wochenende im Juni, als 15 Menschen ertranken. 42 Prozent der Opfer sind in der DLRG-Statistik für das Jahr 2025 älter als 60 Jahre, das entspricht 138 Personen. Im Vorjahr hatte die DLRG in dieser Altersgruppe 171 Fälle verzeichnet. Einen deutlichen Anstieg um jeweils elf Todesfälle im Vergleich zu 2024 gab es dagegen unter den 11- bis 20-Jährigen sowie den 21- bis 30-Jährigen. "Das ist besorgniserregend", sagte die DLRG-Präsidentin. Die Zahl der tödlich verunglückten Kinder bis zehn Jahre lag hingegen mit 13 deutlich unter dem Durchschnitt von 29 Fällen in den vergangenen 25 Jahren. Nach wie vor sind die meisten Ertrunkenen männlich. "Nur eine Person unter den 73 Opfern in den Altersklassen bis 30 Jahre war weiblich. Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle." "Die Mehrheit der Viertklässler kann nicht sicher schwimmen" "Unsere Kinder können mehrheitlich nicht sicher schwimmen, wenn sie die Grundschule verlassen", sagt Vogt. Den Schlüssel zu geringeren Unfallzahlen in allen Altersgruppen sieht sie vor allem in der Präventionsarbeit: "Wir benötigen sicher noch mehr Aufklärung. Insbesondere Menschen, die nicht sicher schwimmen können, müssen für die möglichen Gefahren sensibilisiert werden. Auch Angler auf Booten, Paddler oder Segler sind leider noch allzu oft unbedarft, was ihre eigene Sicherheit betrifft." Die DLRG fordert einen Ausbau der Angebote fürs Schwimmenlernen . Allen voran müsse der Schwimmunterricht in den Schulen flächendeckend erteilt werden. Dafür benötigen die Schulen mehr Sportlehrkräfte, die auch für die Schwimmausbildung befähigt sind, sowie mehr Nutzungszeiten in nahegelegenen Schwimmbädern. Neun von zehn tödlichen Unfällen geschehen in öffentlich zugänglichen Gewässern im Binnenland – die meisten in Seen und Teichen sowie in Flüssen. Dazu die DLRG-Präsidentin: "Das sind allgemein unbewachte Gewässer, und die sollten möglichst gemieden werden. Am sichersten ist das Baden und Schwimmen dort, wo Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer im Notfall direkt vor Ort sind."