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05.08.2026
14:53 Uhr
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Ein halbes Jahr vor der Wahl des neuen Bundespräsidenten pocht die SPD auf eine Frau im höchsten Amt. Die Linke wünscht sich einen Kandidaten aus der Zivilgesellschaft.

Führende SPD-Politiker bestehen darauf, dass eine Frau die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier antritt. »Ich glaube, es ist Zeit für eine Präsidentin«, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, in Berlin. Zuvor hatte sich der stellvertretende SPD-Vorsitzende Alexander Schweitzer wortgleich geäußert. In der politischen Mitte herrsche eigentlich große Einigkeit darüber, sagte er dem Spiegel : »Es befremdet mich, dass nun einige aus der Union an diesem Konsens rütteln.« Beide SPD-Politiker reagierten damit auf Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU), der zuvor gesagt hatte, dass auch ein Mann im Amt möglich sein müsse . Es spreche zwar einiges für eine Frau, aber nicht unumstößlich. »Wir sollten da offen rangehen«, sagte Frei dem Sender Welt-TV. Schweitzer kritisierte: »Die CDU droht, in Verhaltensmuster zurückzufallen, die die Gesellschaft längst überwunden hat.« Die Grünen wollten sich zunächst nicht über ihr Vorgehen bei der Wahl des neuen Staatsoberhaupts äußern. Fraktionschefin Katharina Dröge legte sich aber ebenfalls darauf fest, dass eine Frau die Nachfolge von Steinmeier antreten soll. »Seit 77 Jahren ist der Bundespräsident ein Mann«, sagte Dröge. »Im Jahr 2027 ist die Zeit mehr als reif für eine Frau als Bundespräsidentin.« Das müsse auch der Anspruch von Bundeskanzler Friedrich Merz sein, wenn die Koalition über ihre Kandidaten entscheide. Söder schlägt Ilse Aigner vor Die Linke hatte sich bereits zuvor für eine Kandidatin oder einen Kandidaten außerhalb der Tagespolitik ausgesprochen. »Die Wahl einer parteiübergreifenden Kandidatin oder eines Kandidaten aus der Zivilgesellschaft mit breitem Rückhalt in der Bevölkerung wäre für uns durchaus vorstellbar«, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion im Bundestag, Ina Latendorf, in Berlin. Der CSU-Vorsitzende Markus Söder hatte zuletzt mehrfach betont , dass er eine Kandidatur der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Bundespräsidentin unterstützen würde. Dafür wurde auch von der SPD Unterstützung signalisiert. Merz hatte angekündigt, dass Union und SPD im Herbst über eine Lösung der Nachfolgefrage beraten wollten. Steinmeiers Amtszeit endet im Frühjahr 2027 . Am 30. Januar nächsten Jahres wird ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gewählt. Nach zwei Amtszeiten darf Steinmeier nicht mehr kandidieren. Der Bundesversammlung, die das Staatsoberhaupt wählt, gehören die 630 Abgeordneten des Bundestages an sowie eine gleiche Anzahl von Mitgliedern, die von den Landtagen bestimmt werden. Daher wird auch der Ausgang der drei Landtagswahlen im September die genaue Sitzverteilung in der Bundesversammlung beeinflussen.