Zeit 09.03.2026
12:28 Uhr

Brandkatastrophe in Crans-Montana: Justiz ermittelt gegen weitere Verdächtige nach Brand in Crans-Montana


Die Ermittlungen nach dem Feuer in der Silvesternacht in Crans-Montana weiten sich aus. Die Justiz im Kanton Wallis hat fünf Verantwortliche aus der Verwaltung im Visier.

Brandkatastrophe in Crans-Montana: Justiz ermittelt gegen weitere Verdächtige nach Brand in Crans-Montana
Mehr als zwei Monate nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana hat die Justiz strafrechtliche Ermittlungen gegen fünf weitere Verdächtige aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis wollte keine Namen nennen. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtete, wird jedoch unter anderem gegen Gemeindepräsident Nicolas Féraud ermittelt. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtete darüber und verwies auf ein Dokument der Staatsanwaltschaft. Demnach soll Féraud am 13. April vernommen werden. Bei den vier weiteren Verdächtigen handele es sich demnach um einen ehemaligen Gemeinderat, der für öffentliche Sicherheit zuständig war, einen ehemaligen Brandschutz-Verantwortlichen sowie dessen Stellvertreter und ein Mitglied des aktuellen Teams für öffentliche Sicherheit. Bei dem Feuer in einer Bar in dem Schweizer Skiort in der Neujahrsnacht waren 41 Menschen gestorben . 115 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen und liegen noch immer im Krankenhaus. Den Ermittlern zufolge wurde die Brandkatastrophe wahrscheinlich durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst, die zu nahe an die mit Schaum verkleidete Decke gehalten wurden . Verdächtige sollen gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen haben Gegen die Betreiber der Bar Le Constellation sowie gegen den ehemaligen und den aktuellen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde Crans-Montana wird bereits seit Wochen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Dies wird nun auch den fünf weiteren Verdächtigen zur Last gelegt. Bei den Ermittlungen soll insbesondere geklärt werden, ob die Eigentümer der Bar und die Verantwortlichen der Gemeinde gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen haben. Die Gemeinde hat bereits eingeräumt, dass seit 2019 keine Brandschutzkontrollen in der Bar stattgefunden haben , obwohl diese jährlich durchgeführt werden müssen. Nach der Katastrophe greifen die Behörden offenbar konsequenter durch. Anfang Februar wurde ein Fünf-Sterne-Hotel in dem Ort wegen Brandschutzmängeln geschlossen .