Zeit 29.09.2026
11:22 Uhr

Benjamin Netanjahu: Netanjahu-Büro bestätigt Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten


Medienberichten zufolge soll Benjamin Netanjahu vor dem Angriff am 7. Oktober vom Präsidenten der VAE gewarnt worden sein. Diesen hat Netanjahu jetzt besucht.

Benjamin Netanjahu: Netanjahu-Büro bestätigt Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am vergangenen Sonntag den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate getroffen. Netanjahus Büro bestätigte das zuvor geheimgehaltene Treffen mit Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan. Auch die Emirate teilten mit, dass Scheich Mohammed mit Netanjahu über die bilateralen Beziehungen der beiden Länder sowie Möglichkeiten zu deren Stärkung und Ausbau gesprochen hätten. Brisant ist der Zeitpunkt des Besuchs: Er folgt auf die Veröffentlichung von Medienberichten, wonach Ägypten und auch der emiratische Präsident persönlich Netanjahu vor dem 7. Oktober 2023 vor einem bevorstehenden Hamas-Angriff gewarnt haben sollen. Die israelische Zeitung Ha’aretz berichtete, Netanjahu habe trotz der Warnung Mohammeds bei einem 45 Minuten langen Telefonat nichts unternommen. Netanjahus Büro hat den Bericht dementiert und eine Verleumdungsklage gegen die Zeitung angekündigt. Über die Warnung aus Ägypten berichtete das US-Magazin The Atlantic unter Berufung auf Regierungsvertreter in Israel, Ägypten und weiteren arabischen Ländern sowie auf Vertreter in den USA und Europa. Netanjahu soll Scheich Mohammed um Dementi gebeten haben Die US-Nachrichtenagentur AP und ein israelischer Journalist berichteten, Netanjahus Besuch in den Emiraten habe sich auch um diese Berichte gedreht. Demnach soll Netanjahu versucht haben, den emiratischen Präsidenten zu einem öffentlichen Dementi des Ha’aretz -Berichts zu bewegen, was dieser abgelehnt habe. Auch diese Darstellung wies Netanjahus Büro als falsch zurück. Es handle sich um »Fake News«. Der Besuch habe sich nur um die Stärkung der Beziehungen beider Länder und Herausforderungen in der Region gedreht. Zuerst über das Treffen von Netanjahu und Scheich Mohammed berichtet hatte der israelische TV-Sender Channel 12. Netanjahus Büro teilte mit, dass der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet wegen des Berichts Beschwerde gegen den Sender eingereicht habe. Dieser habe gegen Zensurvorschriften verstoßen, weil er vor der Rückkehr Netanjahus nach Israel über das Treffen berichtet habe. In Israel findet am 27. Oktober eine Parlamentswahl statt. Mehrere Oppositionsparteien haben eine Zusammenarbeit vereinbart , um einen erneuten Sieg Netanjahus zu verhindern. Die Berichte über die Warnung vor dem 7. Oktober bezeichnete der Regierungschef als »Teil des Wahlkampfs der Linken«.