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12.08.2026
07:45 Uhr
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Bafög-Sätze sollen nach Reform-Plänen der Bundesregierung erst später erhöht werden. Die Linke sagt, das sei ignorant gegenüber der Lebensrealität von Studierenden.

Die Linke hat die geplante Bafög-Reform kritisiert. Linken-Bildungspolitikerin Nicole Gohlke sagte der Nachrichtenagentur AFP, der entsprechende Gesetzentwurf offenbare inhaltlich »eine erschreckende Ignoranz gegenüber der Lebensrealität an unseren Hochschulen «. Die Reform sieht vor, die Leistungssätze für Studierende sowie Schülerinnen und Schüler jeweils ein Semester später als ursprünglich geplant zu steigern. Die Wohnkostenpauschale wird damit nicht zum Wintersemester 2026/2027, sondern erst zum Sommersemester 2027 erhöht. Der Grundbedarf soll in zwei Schritten bis zum Sommersemester 2029, statt zum Wintersemester 2028/29 steigen. Damit soll der Bafög-Grundbedarf schrittweise auf das Niveau der Grundsicherung angehoben werden. Für Studierende, die bei ihren Eltern wohnen, soll die Wohnkostenpauschale zudem entfallen. Laut Gohlke sind die Verschiebungen der Erhöhungen »Sparen auf Raten auf dem Rücken der Studierenden«. Während ein durchschnittliches WG-Zimmer längst mehr als 500 Euro kostete, würden Erhöhungen so lange verschleppt, bis die Inflation sie komplett aufgefressen habe. Der Gesetzentwurf strafe zudem »Studierende aus armen Familien ab, indem ihnen der Wohnkostenzuschuss im Elternhaus gestrichen wird«. Gohlke forderte eine sofortige Anhebung der Bafög-Sätze »auf ein armutsfestes Niveau, einen regional gestaffelten Mietzuschuss und die endgültige Rückkehr zum rückzahlungsfreien Vollzuschuss«. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD angekündigt, das Bafög »in einer großen Novelle« zu modernisieren. An diesem Mittwoch befasst sich das Bundeskabinett mit der Bafög-Reform. Nach einem Kabinettsbeschluss würde der Gesetzentwurf im Bundestag in mehreren Runden beraten. Bafög ist eine staatliche Hilfe für Studentinnen und Studenten, teils auch für Schülerinnen und Schüler. Der Bafög-Satz wird nach dem Einkommen der Eltern und anderen Faktoren berechnet. Die Förderung soll Bildung unabhängig vom Vermögen der Eltern ermöglichen.