Zeit 08.10.2026
21:00 Uhr

Argentinischer Fußballstar: Staatsanwaltschaft fordert hohe Haftstrafe für Maradonas Ärzte


Das Behandlungsteam von Diego Maradona soll laut Staatsanwaltschaft für viele Jahre ins Gefängnis. Die Ärzte hätten vor dem Tod des Fußballers 2020 »chaotisch« gehandelt.

Argentinischer Fußballstar: Staatsanwaltschaft fordert hohe Haftstrafe für Maradonas Ärzte
Im Prozess um den Tod der argentinischen Fu\u00dfballikone Diego Armando Maradona im Jahr 2020 hat die Staatsanwaltschaft Gef\u00e4ngnisstrafen zwischen vier und zw\u00f6lf Jahren f\u00fcr sechs der sieben Mitglieder des medizinischen Teams gefordert. Die Anklage warf dem Behandlungsteam zu Beginn ihres Schlusspl\u00e4doyers vor, den kranken Maradona durch \u00bbchaotisches\u00ab Handeln seinem Schicksal \u00fcberlassen zu haben. Die Staatsanwaltschaft forderte f\u00fcr drei der sieben Mitglieder des Teams eine Gef\u00e4ngnisstrafe zwischen acht und zw\u00f6lf Jahren wegen T\u00f6tung mit bedingtem Vorsatz. F\u00fcr drei andere verlangte die Staatsanwaltschaft zwischen vier und f\u00fcnf Jahren wegen fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung. F\u00fcr den siebten Angeklagten, einen externen Mediziner, der Maradona nur einmal besucht hatte, verlangte die Staatsanwaltschaft keine Strafe. Staatsanwalt Patricio Ferrari sagte, die Mediziner h\u00e4tten im Umgang mit dem damals 60-j\u00e4hrigen Maradona \u00bbihre Pflichten verletzt\u00ab und gegen anerkannte Behandlungsmethoden versto\u00dfen. Mehrere medizinische Experten sagten aus, Maradonas Behandlungsteam habe auf wichtige Warnsignale vor dessen Tod nicht reagiert. \u00bbDer Tod von Diego Armando Maradona kam ganz offensichtlich nicht aus dem Nichts. Die Anzeichen traten schon lange vorher auf\u00ab, sagte Staatsanwalt Cosme Iribarren. Die Anklage pr\u00e4sentierte vor Gericht erneut Bilder des Toten mit einem geschwollenen Bauch. Tod nach Hirnoperation Der fr\u00fchere Fu\u00dfballstar war am 25. November 2020 gestorben, zwei Wochen nach einer Hirnoperation. Todesursache waren laut Obduktion ein Herzinfarkt und ein Lungen\u00f6dem. Seit April steht das siebenk\u00f6pfige Team aus \u00c4rzten, Psychiatern, Psychologen und Pflegern wegen Maradonas Tod vor Gericht. Sie hatten ihn in einem von ihm angemieteten Haus nach der Operation betreut. Den Angeklagten wird vorgeworfen, wider besseres Wissen grob nachl\u00e4ssig gehandelt zu haben. Die Angeklagten weisen die Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck.