Zeit 28.09.2026
15:09 Uhr

(+) »Täuschung« von Adania Shibli: Hier gibt es keinen inneren Frieden


Mit ihrem Roman »Eine Nebensache« sorgte die palästinensische Autorin Adania Shibli für Kontroversen. Wie gut ist ihr neues Buch »Täuschung«? 

(+) »Täuschung« von Adania Shibli: Hier gibt es keinen inneren Frieden
Ein einziges Mal ist es umgekehrt: Jemand spricht Arabisch, sein Akzent aber verrät gleich, dass seine Muttersprache Hebräisch ist. Freilich hat es für ihn keine Folgen. Wer in Adania Shiblis neuem Roman Täuschung dagegen mit arabischem Akzent Hebräisch spricht und sich dadurch als Palästinenser zu erkennen gibt, ist sogleich stigmatisiert. Deswegen behauptet eine der beiden palästinensischen Hauptfiguren ihren israelischen Kommilitonen gegenüber, sie stamme aus den USA. Den biografischen Folgelügen aber, die diese Behauptung stets nach sich zieht, will die junge Frau aus dem Weg gehen. Deshalb vermeidet sie jedes Gespräch und versteckt sich zwischen den Vorlesungen in der Tiefgarage der israelischen Universität, die in Jerusalem, Tel Aviv oder Haifa liegen könnte; es gibt keine Ortsnamen in diesem Buch.