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11.03.2026
07:49 Uhr
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Noch ist Öl nicht knapp, doch die Preise für Sprit steigen. Fühlen die Leute sich abgezockt? Wir haben an Tankstellen in Brandenburg, Virginia und Shanghai nachgefragt.

Kurz bevor man in den Ort Brandenburg an der Havel reinfährt, kommt man an drei Tankstellen vorbei: einer Esso, einer Shell, einer Aral. Das ergibt Sinn, denn Brandenburg an der Havel ist eine dieser Städte, in denen man lieber ein Auto besitzt als keines: 74.000 Einwohner, kein ICE-Halt, viele kleine Orte drum herum. Das einzige Problem mit den Autos ist, dass man sie betanken muss und Sprit gerade sehr teuer ist. Am Sonntagmorgen, Weltfrauentag, hält ein VW Polo an der Esso-Tankstelle, Zapfsäule drei direkt neben dem Shop, eine Frau mit grün umrandeter Brille steigt aus. Während der Sprit in den Polo fließt, schaut sie ganz genau auf die Anzeige – sie will nur 50 Euro ausgeben. Wie viel Sprit bekam sie sonst dafür? – "Da war er voll." Sie sei Erzieherin, sagt sie, arbeite Vollzeit und habe selbst ein Kind. Klar könne sie die 15 Kilometer zur Arbeit auch mit dem Rad fahren, "aber dann bist du schon völlig durchgetüdelt, wenn du morgens ankommst".