Zeit 05.10.2026
19:07 Uhr

(+) Medizinnobelpreis: Licht, das ängstlich macht. Oder wach. Oder wütend


Eine Revolution der Hirnforschung bringt zwei Deutschen und einem Amerikaner den Nobelpreis: Mit Licht und Gentherapie knipsen sie Nervenzellen an und aus.

(+) Medizinnobelpreis: Licht, das ängstlich macht. Oder wach. Oder wütend
Wie soll man ein Organ verstehen, das in immerwährender Dunkelheit schwimmt, aus Milliarden Zellen besteht, die im Millisekundentakt elektrische Impulse abfeuern, sich spontan zu kleinen Grüppchen formieren, nur um kurz darauf wieder ihr eigenes Ding zu machen? Ein Organ, das so schwer zu fassende Dinge hervorbringt wie Bewusstsein, eine Persönlichkeit, Ekstase, Wut, Rührung und Trauer? Das Gehirn ist das komplexeste Organ des Menschen. Der diesjährige Medizinnobelpreis geht an drei Wissenschaftler, die ein Mittel gefunden haben, einige seiner Rätsel zu lösen. Die Preisträger, darunter die beiden deutschen Max-Planck-Forscher Peter Hegemann, der heute an der Humboldt-Universität in Berlin forscht, und Peter Nagel von der Universität Würzburg, haben die Hirnforschung revolutioniert.