Zeit 01.10.2026
15:51 Uhr

(+) KI im Alltag: Erzähl mir bloß nicht, was dein Chatbot so erzählt


Schlimm genug, dass Leute es nicht schaffen, ohne KI Urlaub zu planen oder Brokkoli zu dämpfen. Aber dass sie auch noch darüber reden wollen, hält unser Autor nicht aus.

(+) KI im Alltag: Erzähl mir bloß nicht, was dein Chatbot so erzählt
Ich fürchte, die meisten Menschen haben die falschen Interessen. Das ist keineswegs böse gemeint, nur ist es so, dass man selten in Unterhaltungen gerät, in denen es um Greifvogelarten wie zum Beispiel die Harpyie geht, die glamourös frisiert ist und aussieht wie ein Mitglied einer Darkfolkband mit verwegen symbolistischen Texten. Stattdessen wollen Leute lieber über KI in ihrem Alltag reden, wie sie damit ihren Wocheneinkauf oder ihre Italienreise geplant haben, als seien diese Menschen beim Anblick ihres Smartphones zu lebensuntüchtigen Zweijährigen geschrumpft. Oder wie sie ihre Instagram-Storys damit bearbeitet hätten, damit die Innenansichten ihrer Existenz plötzlich nach teurem Musikvideo aussähen. Manche erzählen auch, dass ihre eine KI zu Hause nun von einer anderen KI gesteuert werde, wobei ich mich frage, für welche alltäglichen Vorgänge außerhalb vielleicht von Auslandsgeheimdiensten so was überhaupt nötig wäre und wieso man sich nun zu Hause freiwillig Subunternehmerstrukturen aufbaut wie bei einem deutschen Paketversand.