Zeit 04.10.2026
16:56 Uhr

(+) Internationaler Ibsen-Preis: »Wären wir Gummibärchen, würden wir uns alle viel besser verstehen«


Integration geht durch den Magen, sagt der koreanische Theatermacher und Koch-Performer Jaha Koo. Ein Gespräch in Oslo, wo er den »Nobelpreis des Theaters« erhielt.

(+) Internationaler Ibsen-Preis: »Wären wir Gummibärchen, würden wir uns alle viel besser verstehen«
Der südkoreanische Theatermacher Jaha Koo hat in Norwegen gerade den alle zwei Jahre verliehenen Internationalen Ibsen-Award entgegengenommen, die höchstdotierte Theaterauszeichnung der Welt. Auf der Bühne verwebt Koo persönliche Erzählungen, Essen, Essensgerüche, Video und Ton zu Performances über Migration und Identität. DIE ZEIT: Herr Koo, Sie leben seit 15 Jahren in Europa. Zunächst in Deutschland, seit einigen Jahren in Belgien. Erinnern Sie sich noch an Ihre Ankunft in Berlin 2011? Jaha Koo: Ich weiß noch ganz genau, wie ich damals am Flughafen Tegel angekommen bin, so ein alter, kleiner Flughafen. Ich habe meine drei Koffer abgeholt, da drin waren mein Reiskocher, meine Instrumente, mein Plattenspieler, außerdem mein Computer und ein bisschen Kleidung. Es war der Anfang meines neuen Lebens in Europa, und so eine Situation ist immer aufregend – schließlich hatte ich ja gerade erst meine Heimat verlassen, da sieht man alles noch mit großen Augen.