|
28.09.2026
18:30 Uhr
|
Er ist ein Symbol der Klimakrise, denn seine Heimat schmilzt. Erstaunlich nur: Vielen Bären geht es gut. Folgt man der Bärin N23980, versteht man, welchen Preis das hat.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 38/2026. Mutter Bär leuchtet weiß in der Mitternachtssonne. Gemächlich stapft sie voran, gefolgt von ihrem langen, großen Schatten. Immer ein Stückchen vor ihr: zwei kleine, neugierige Fellkugeln, die Eisbärenkinder. Die drei erreichen eine Ansammlung von Häusern und Hütten. Eines der Kinder stellt sich auf die Hinterbeine, etwas wackelig noch, und hält sich mit den Tatzen am Wellblech fest. »Süß, oder?« Maiken Løkke blickt von ihrem Handy auf. Sie steht am Fenster der Hütte, aus der heraus einer ihrer Mitarbeiter die drei Bären gefilmt hat, vorletzte Nacht war das. Die Gebäude gehören zu einer ehemaligen Funkstation, heute ist hier ein kleines Hotel, das Maiken Løkke, 37, leitet. Sie zeigt noch mehr Videos: die Eisbärenkinder, wie sie herumtollen. Die Mutter, wie sie ihnen den Hals entgegenreckt.