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08.03.2026
16:26 Uhr
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Die Deutschen konsumieren immer häufiger Kokain. Das hat praktische Gründe – passt aber auch in unsere Zeit. Vier Gründe, warum Koks die Droge der Gegenwart ist.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 10/2026. Dass sich moderne Gesellschaften immer der Nase nach entwickeln, wusste schon der ukrainisch-russische Dichter Nikolai Gogol. Dessen berühmte Erzählung Die Nase behandelt den Verlust vermeintlich gesicherter Wahrheiten in der großstädtischen Anonymität des 19. Jahrhunderts anhand einer einfachen Parabel: Ein St. Petersburger Beamter verliert plötzlich seine Nase – und er bekommt sie auch dann nicht zurück, als er sie endlich wiederfindet. Dieser Tage wiederum stecken recht viele Nasen in zweifelhaften Angelegenheiten. Seit Jahren steigt in Europa und insbesondere Deutschland der Konsum von schnupfbaren Drogen wie Ketamin und Speed; der Schmuggel nach Europa hat ein noch "nie da gewesenes Ausmaß" erreicht, verkündete kürzlich Europol. Den größten Triumphzug durch die Nebenhöhlen der Republik jedoch feiert das Kokain. Auf 3.700 Tonnen hat sich die globale Herstellung der Droge in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht; im selben Zeitraum ist die Anzahl der weltweiten Konsumenten von 17 Millionen auf schätzungsweise 25 Millionen gestiegen.