|
12.03.2026
11:31 Uhr
|
Statt sich über den Sieg der Mitte zu freuen, bleibt die BaWü-CDU bei Empörung stehen. Dabei ist das Wahlergebnis eine Chance, auch für die CDU im Bund.

Man fasst sich an den Kopf. Spätestens seit der letzten Bundestagswahl, im Grunde aber schon seit Jahren, lautet die Botschaft der Union, man sei "die letzte Patrone der Demokratie". Wenn es den Parteien der Mitte nicht sehr bald gelänge, die Probleme zu lösen, die auf dem Tisch liegen, dann werde es schnell zappenduster. Die Rede vom Jahr 2033 macht die Runde. In dieser Lage machen ihnen die Wähler von Baden-Württemberg ein Geschenk; keine Patrone, sondern einen funkelnden Schatz – und die CDU ist beleidigt. Statt sich über knapp 30 Prozent der Stimmen zu freuen – und über satte 60 Prozent für eine mögliche Koalition mit den Grünen –, sinnt die CDU auf Rache für die angebliche grüne Schmutzkampagne mit dem "Rehaugen-Video". Aus unbändiger Wut über den knappen Sieg der Grünen verlangt sie nun von deren Spitzenkandidaten Cem Özdemir Demutsgesten, die eine Koalition auf Unterwerfung statt auf Vertrauen gründen würde. Angeblich kursieren in Stuttgart jetzt Listen von CDU-Forderungen, die der Grüne ohne Wenn und Aber abnicken und damit den Bruch mit seiner eigenen Partei öffentlich bekunden soll. Die bizarre Hoffnung: Man verhindert eine Regierungsbildung und bekommt im Herbst Neuwahlen. Wer davon profitieren würde, kann jeder selbst ausrechnen.