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19.03.2026
18:45 Uhr
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Peter Kurth war Spitzenpolitiker: ein schwuler Katholik, Modernisierer der CDU – bis er unter Rechtsextremen auftauchte. Und austrat. Jetzt will er wohl zurück.

Trotz der Dämmerung erkennt man den Herrn gut auf den Fotos. Er hat eine militärgrüne Jacke übergezogen und eine Baseballcap in Tarnfarbe aufgesetzt. Es ist ein verregneter Septembertag, aber die Nässe scheint ihm nichts anzuhaben. Langsam schiebt er sich mit den Demonstranten der Identitären Bewegung durch die Wiener Altstadt. Man sieht, wie er ein Transparent in den Abendhimmel reckt, wie er eine brennende Fackel vor sich her trägt. Sein Gesicht leuchtet im Schein des Feuers. Die Fotos aus Wien machen stutzig, denn der Herr mit dem Käppi und der Fackel sieht einem früheren Spitzenpolitiker der CDU zum Verwechseln ähnlich: Peter Kurth, der einst Berlin als Finanzsenator mitregierte. Die Aufnahmen entstanden im Herbst 2019, als Kurth die Hauptstadtpolitik verlassen hatte, aber noch einen wichtigen Wirtschaftsverband leitete. Just in der Woche des Fackelmarschs war er in der CDU-Parteizentrale zu Gast.