Zeit 21.03.2026
14:08 Uhr

(+) Benjamin Netanjahu: Der kann nicht tot sein, der trinkt noch Kaffee


Benjamin Netanjahu muss im Netz beweisen, dass er lebt und an jeder Hand fünf Finger hat. Sind wir jetzt endgültig im Post-Truth-Zeitalter angekommen?

(+) Benjamin Netanjahu: Der kann nicht tot sein, der trinkt noch Kaffee
Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 12/2026. Treffen sich Benjamin Netanjahu, Kim Jong-un und Modschtaba Chamenei in einem Café … Nein, das ist nicht der Anfang eines Flachwitzes, sondern ein Beitrag auf der Social-Media-App X. In diesem Post sehen wir die drei Machthaber in einem schicken Café, fröhlich lächelnd, mit einem Cappuccino in der Hand (unser Factchecking-Team prüft noch, ob sie Kuh- oder Hafermilch gewählt haben). Das KI-generierte Bild ist eine witzig gemeinte Reaktion auf ein Video des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu, das ihn in diesem Café zeigt – und das er selbst gepostet hat. Dass er sich dazu bewogen sah, ein solch banales Video zu posten, könnte ein Zeichen sein, dass wir den Höhepunkt des postfaktischen Zeitalters erreicht haben. Eines Zeitalters, in dem Aufnahmen der realen Welt ohne Mühe gefälscht werden können – und die Echtheit tatsächlicher Beweise kaum noch bestätigt werden kann. Eines Zeitalters, in dem nicht mal ein Staatschef seine eigene Existenz zweifelsfrei belegen kann.