Zeit 20.03.2026
17:23 Uhr

(+) Alexander Schweitzer: Sozi, aber mit Chancen


Wie Cem Özdemir hat auch Alexander Schweitzer binnen weniger Wochen einen immensen Rückstand auf die CDU aufgeholt. Doch zwei Dinge sind anders in Rheinland-Pfalz.

(+) Alexander Schweitzer: Sozi, aber mit Chancen
Für jeden Politiker im Wahlkampf gibt es ein paar goldene Regeln: Nimm keinen Blumenstrauß an, der dir entgegengestreckt wird, könnte ja sein, dass darin ein Messer steckt. Lass dich nicht beim Essen fotografieren, sieht immer blöd aus. Und besuch keine Orte, die eine irgendwie seltsame Symbolik haben. Alexander Schweitzer, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, hat die dritte Regel gebrochen, als er am vergangenen Freitagvormittag in Zweibrücken eine Schredderwerkstatt besuchte. Da auch Lars Klingbeil, der SPD-Chef, den Weg zu Schneidwalzen, Messerscheiben und Hammerwerk gefunden hatte, liegt es nahe, vom Schreddern, mehr noch vom Geschreddertwerden auf den Zustand der deutschen Sozialdemokratie zu schließen: in Baden-Württemberg auf Kleinstformat geschnitzelt, im Bund ins Mahlwerk zwischen AfD und Linkspartei geraten, in Rheinland-Pfalz kurz davor, aus dem Regierungssitz gehobelt zu werden. Nun, am Freitagnachmittag, ist Schweitzer in Merxheim eingetroffen, einem 1.500-Einwohner-Örtchen in der Nähe von Bad Kreuznach.