Nach zwei erneuten Explosionen in Frankfurt hat die Polizei eine Person festgenommen. Das sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Zu der Festnahme sei es im Bereich des Tatortes in der Berger Straße gekommen. Nähere Angaben machte die Sprecherin nicht. Sie fügte hinzu, dass es nach ersten Erkenntnissen keine Verletzten bei den Vorfällen gegeben habe. Die Explosionen ereigneten sich am frühen Donnerstagmorgen im Dunklen im Abstand von nur wenigen Minuten. Erst krachte es auf der Berger Straße im Stadtteil Nordend und dann auf der Einkaufsstraße Zeil im Zentrum, wie die Polizei mitteilte. Zuerst hatte der Hessische Rundfunk (verlinkt auf https://www.hessenschau.de/panorama/erneut-explosionen-in-frankfurt---laeden-auf-berger-strasse-und-zeil-beschaedigt-v2,explosionen-frankfurt-100.html) darüber berichtet. „Wir sind mit Kräften vor Ort“, hatte eine Polizeisprecherin gesagt. „Wir sind am Wirbeln“, ergänzte sie mit Blick auf die laufenden Ermittlungen. Gegen 4.20 Uhr seien Notrufe eingegangen, teilte die Polizei „Bild“ mit. Betroffen waren laut HR das Café „Rio“ auf der Berger Straße sowie die Shisha-Bar „Truth“ auf der Zeil. Beide Gebäude wurden durch die Detonationen stark beschädigt, mehrere Scheiben gingen zu Bruch. Hoher Sachschaden Am Café „Rio“ war die Explosion besonders heftig: Neben dem Café wurden auch eine gegenüberliegende Suppenbar, eine benachbarte Sparkassenfiliale und mindestens ein geparktes Auto beschädigt. Bei der Shisha-Bar wurde der Eingangsbereich durch die Explosion zerstört. Aus Ermittlerkreisen erfuhr die WELT, dass die verwendeten Sprengsätze nach einem ähnlichen Muster gebaut sein sollen: mit Flüssigkraftstoff gefüllte Behälter, die durch einen pyrotechnischen Gegenstand mit Blitzknallsatz gezündet werden. Die Ermittler prüfen, ob hinter den Taten das aus der Organisierten Kriminalität bekannte Prinzip „Violence as a Service“ steckt. Die Taskforce VaaS des Hessischen Landeskriminalamts unterstützt die Ermittlungen. In den vergangenen Tagen hatte es bereits zweimal in Frankfurt und einmal im nahen Offenbach eine Explosion gegeben – ohne Verletzte, aber mit erheblichen Sachschäden. Die Polizei konnte nach den ersten Explosionen einen Verdächtigen festnehmen. „Es handelt sich um einen 15-jährigen Niederländer. Ihm wird der Tatvorwurf des Herbeiführens einer Sprengstoff-Explosion gemacht“, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Dominik Mies der „Bild“. Ob es eine Verbindung zu den erneuten Explosionen gibt, werde geprüft.