Welt 16.03.2026
16:53 Uhr

Zurück in die Zukunft des Musicals


Drei Musicals feiern 2026 in Hamburg Premiere, alle basieren auf Filmen – zunächst startet am 22. März „Zurück in die Zukunft“ im Stage Operettenhaus, es folgen Ende des Jahres „Moulin Rouge“ im Theater am Großmarkt und „Der Teufel trägt Prada“

Zurück in die Zukunft des Musicals

Was mit Höhlenmalerei, Stammestänzen, archaischem Gesang und Erzählungen am Lagerfeuer begann, hat sich in unseren Tagen zu einer Kultur entwickelt, in der Filme und Musicals eine wichtige Rolle spielen. Wobei direkte Adaptionen zwischen den Genres häufiger werden. Das ist kein Zufall, denn Produzenten scheuen das Risiko. So lässt sich erklären, warum in diesem Jahr gleich drei neue Musicals auf Hamburger Bühnen erscheinen werden, die auf Erfolgsfilmen beruhen. Deutschsprachige Erstaufführung im Stage Operettenhaus Den Auftakt macht mit seiner Gala-Premiere am 22. März „Zurück in die Zukunft“ im Stage Operettenhaus. Die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals, das Erfolge in London und am Broadway feierte, ist eine direkte Übertragung mit Songs von Alan Silvestri, das auf dem Film von 1985 basiert. Das Buch stammt von Bob Gale, der gemeinsam mit Regisseur Robert Zemeckis bereits das Drehbuch für die Science-Fiction-Filmkomödie mit Michael J. Fox als Marty McFly und Christopher Lloyd als Doktor Emmett „Doc“ Brown schrieb. Seit anderthalb Wochen probt die Cast das Musical im Operettenhaus, in dem der Doc einen DeLorean-Sportwagen mittels Kernreaktor in eine Zeitmaschine umbaut. Testpilot wird unfreiwillig Marty, auf der Flucht vor Terroristen, denen der Doc das Plutonium für den Reaktor geklaut hat. So gerät er aus dem Jahr 1985 ins Jahr 1955, begegnet seinen Eltern vor seiner Geburt und löst eine Reihe turbulenter Verwicklungen aus, die allesamt direkte Auswirkungen auf die Zukunft haben. Dabei gefährdet Marty seine eigene Existenz. Harry Potter verlässt Hamburg Ende Juli Die Hauptrollen in der Produktion der Stage Entertainment werden von Raphael Groß (Marty McFly) und Jan Kersjes (Doc Brown) gespielt. Dabei muss Groß nicht mal den Arbeitsplatz wechseln, er spielte zuletzt den Romeo im Musical „& Julia“ mit den Hits von Max Martin. Bühnen-Frohnatur Jan Kersjes ist ebenfalls ein Publikumsliebling, der in Hamburg schon als König George III. in Hamilton, als Olaf in „Die Eiskönigin“ und als Timon in „Der König der Löwen“ glänzte. 27 Kollegen, darunter Florian Sigmund als Biff und Sandra Leitner als Lorraine Baines, bilden das weitere Ensemble. Ein zehnköpfiges Live-Orchester probt Hits wie „The Power of Love“, „Earth Angel“, „Johnny B. Goode“ oder „Back in Time“. Zudem dürfen einige Spezialeffekte erwartet werden, denn ohne eine Menge Energie funktionieren weder Zeitmaschinen noch Musicals. Die zweite Premiere des Hamburger Musical-Jahres wird im Theater am Großmarkt erwartet. „Moulin Rouge! Das Musical“ will als Produktion von ATG Entertainment und Global Creatures das Publikum in der Hansestadt verzaubern, wenn Harry Potter nach zehn Jahren das eigens für ihn umgebaute Haus verlassen hat. „Harry Potter und das verwunschene Kind“ hat seine Dernière am 26. Juli 2026. „Moulin Rouge“ lief in Deutschland bereits vier Jahre im Musical Dome in Köln. „Moulin Rouge“ gewann zehn Tony Awards Das Jukebox-Musical „Moulin Rouge“, in dem Hits wie „Every Breath You Take“, „Wanna Dance With Somebody“, „Diamonds Are a Girls Best Friend“, „Sympathy For The Devil“ und „I Will Always Love You“ erklingen, ist überwältigend und bekam entsprechende Kritiken. Der Zuschauersaal ist mit rotem Samt ausgestattet, die Mühle des berühmten „Moulin Rouge“ in Paris und der blaue Elefant schmücken den Saal. Die vorderen Reihen sind ins Bühnenbild integriert, die Darsteller tanzen um die Gäste herum. So sind die Besucher im Club zu Gast. Zehn Tony Awards hat das Musical am Broadway gewonnen, darunter den für das beste Musical des Jahres 2020. Das Buch stammt aus der Feder von John Logan. Es basiert auf dem Roman von Pierre La Mure und schlägt das Drehbuch des berühmten Films von Baz Luhrmann und Craig Pearce aus dem Jahr 2001. Deutlich später als im Film spuckt der Star des Clubs, die schöne Satine, zum ersten Mal Blut, sodass die tragische Liebesgeschichte mit dem jungen Komponisten Christian sich besser entfalten kann. Schwierig allerdings bleibt sie, denn ein Investor, der Duke of Montroth, gedenkt das Moulin Rouge zu erwerben, inklusive Satine. „Der Teufel trägt Prada“, in der Neuen Flora Das dritte Musical wird Ende Dezember in der Neuen Flora Disneys „Tarzan“ ablösen. Die Deutsche Erstaufführung von „Der Teufel trägt Prada“ nach dem Film mit Meryl Streep, Anne Hathaway und Emily Blunt folgt auf die Kinopremiere des Sequels „Der Teufel trägt Prada 2“, das im April in die Kinos kommen wird und in dem das schauspielerische Erfolgstrio wieder mitspielt. Das Musical der Stage Entertainment basiert allerdings auf dem Kultfilm von 2006, der die Geschichte des Romans von Lauren Weisberger erzählt. Die Musik schrieb Elton John, es wurde in London nach einer erfolgreichen Spielzeit 24/25 bis September 2026 verlängert.  Die Premieren im Überblick: „Zurück in die Zukunft“ Stage Operettenhaus: 22. März; „Moulin Rouge“, Theater am Großmarkt: 5. November; „Der Teufel trägt Prada“, Neue Flora, im Dezember