Es ist Christina Blocks 53. Geburtstag - doch der Weg führt auch an diesem Morgen in den Gerichtssaal. Eine Frau reicht ihr Blumen auf dem Gang im Landgericht Hamburg, dann startet der 48. Prozesstag. Seit Juli 2025 wollen die Richter klären, welche Rollen die Unternehmerin und sechs Mitangeklagte bei der mutmaßlichen Entführung der beiden jüngsten Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 spielten. Darum ging es inhaltlich: Nach der Befragung eines mutmaßlichen Fahrers bei der Entführung der Block-Kinder haben Verteidigung und Nebenklage diese Zeugenaussage ganz unterschiedlich bewertet. Es gebe zahlreiche Widersprüche, sagte der Anwalt der Angeklagten Christina Block, Ingo Bott, im Landgericht Hamburg. Inzwischen hätten die Zeugen aus Israel zahlreiche, unglaubwürdige Varianten eines angeblichen Treffens seiner Mandantin mit den mutmaßlichen Entführern Ende 2023 kurz vor der Tat geliefert. Blocks Verteidigung hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach betont, dass es ein solches Treffen im Hotel Grand Elysée nie gegeben habe. Als Beispiel nannte Bott unterschiedliche Angaben zu Farbe und Inhalt einer Tüte, die Block nach Aussage der Zeugen an dem Tag übergeben haben soll. Darin sollen sich persönliche Gegenstände der Kinder und der Mutter befunden haben, die im Zuge der Rückholaktion eine Rolle gespielt haben können. Die Nebenklage sah das anders. Kleine Abweichungen – etwa welche Gegenstände in einer Tüte gewesen sein sollen – seien normal nach so langer Zeit, sagte der Vertreter der Nebenklage, Christoph Henckel, Anwalt von Blocks Ex-Mann. Die Hamburger Unternehmerin Christina Block, deren 53. Geburtstag an diesem Prozesstag war, ist eine von sieben Angeklagten. Sie soll laut Staatsanwaltschaft nach einem langen Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt haben, ihre beiden jüngsten Kinder – damals 10 und 13 Jahre alt – in der Silvesternacht 2023/24 vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, beteuert ihre Unschuld. Eigentlich sollte der Prozesstag mit einer weiteren Zeugenvernehmung fortgesetzt werden, was aber wegen einer Erkrankung nicht möglich war. Am Dienstag steht die Vernehmung eines Privatdetektivs an.