Welt 02.10.2026
13:00 Uhr

Wegen Auftragsmords verurteilter Rocker soll Affäre mit Gefängnismitarbeiterin haben


Ein Richter bezeichnete ihn einst als „dissoziales Alphatier“: Ein zu lebenslanger Haft verurteilter Rocker soll in Haft eine Beziehung mit einer Gefängnismitarbeiterin geführt haben. Es wäre nicht sein erstes Mal.

Wegen Auftragsmords verurteilter Rocker soll Affäre mit Gefängnismitarbeiterin haben

Die Berliner Justiz prüft übereinstimmenden Medienberichten zufolge Vorwürfe, wonach ein zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilter Gefangener eine Beziehung zu einer Bediensteten der JVA Heidering haben soll. „Vorsorglich wurde eine räumliche Trennung sichergestellt“, zitiert der „ Tagesspiegel (verlinkt auf https://www.tagesspiegel.de/berlin/dpa-berliner-hells-angels-boss-soll-affaren-mit-zwei-gefangnismitarbeiterinnen-gefuhrt-haben-16117845.html) “ die Berliner Senatsverwaltung für Justiz. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet (verlinkt auf https://www.bild.de/regional/brandenburg/justiz-ermittelt-hells-angels-boss-hat-heimliche-affaere-im-gefaengnis-6aba31147c1705c08fd161ab) , dass es sich bei dem Insassen um den ehemaligen Hells-Angels-Boss Kadir P. handelt. Der heute 42 Jahre alte Rocker war 2019 gemeinsam mit sieben weiteren Angeklagten wegen eines Auftragsmords an einem Rivalen schuldig gesprochen worden. Nach Überzeugung des Berliner Landgerichts hatte er die Tötung des damals 26 Jahre alten Tahir Ö. in einem Wettbüro in Berlin-Reinickendorf angeordnet. Das Opfer war 2014 erschossen worden. Der sogenannte Wettbüro-Mord, für den er verurteilt wurde, gilt bis heute als einer der spektakulärsten Rockerfälle der Hauptstadt. Brisant an dem Fall: Laut „Bild“ soll Kadir P. in die JVA Heidering verlegt worden sein, weil er zuvor während seiner Haftzeit in der JVA Moabit bereits eine Beziehung zu einer Sozialarbeiterin hatte. Die Affäre sei im Mai 2023 bekannt geworden. Die Mitarbeiterin habe daraufhin den Justizdienst verlassen. Welche Position die Mitarbeiterin im aktuellen Fall hat, ist nicht bekannt. Kadir P. gilt als eine der bekanntesten Figuren der Berliner Rockerszene. Ein Richter bezeichnete ihn damals nach fünf Jahren Prozess mit 300 Verhandlungstagen und 346 Zeugen als „ dissoziales Alphatier (verlinkt auf https://www.welt.de/newsticker/news1/article201251526/Justiz-Acht-lebenslange-Haftstrafen-in-Berliner-Grossprozess-um-Mord-in-Rockermilieu.html) “, ohne das in der Gruppe „nichts lief“. Als Chef des Hells-Angels-Chapters „Berlin City“ soll er die Geschicke des Berliner Ablegers maßgeblich bestimmt haben. Die Gruppe galt unter seiner Führung als besonders gewalttätig.