Die Bilder sind um die Welt gegangen: Das Affenbaby Punch aus einem Zoo in der Nähe von Tokio kuschelte ersatzweise mit einem Orang-Utan-Plüschtier (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article699849cc26dde6c06b529cf9/affenbaby-punch-von-der-mutter-verstossen-von-der-welt-geliebt.html) . Immer wieder hatte der kleine Makake es in den Arm genommen und Trost gesucht, wenn er von seinen Artgenossen weggescheucht wurde. Seine Mutter hatte ihn nach der Geburt im Juli 2025 verstoßen. Inzwischen scheint Punch es seltener zu brauchen: Wie Videos in den sozialen Medien und auch vom Zoo selbst zeigen, hat Punch eine Freundin gefunden. Zu sehen ist, wie sie sich umarmen, liebkosen und das Fell pflegen. Hat Punch seine erste Freundin gefunden? Am Anfang haben sich die Zoowärter des kleinen Affen angenommen, gaben ihm Spielzeug und übten das Festhalten. Dass Punch den Plüschaffen inzwischen meist nicht mehr nutze, sei eine gute Entwicklung, zitiert AP den Zoodirektor Shigekazu Mizushina. Nachts schlafe Punch allerdings noch mit ihm. Zoowärter Kosuke Kano sagte der Nachrichtenagentur AP zu dem Thema: „Punch dabei zu helfen, die Regeln der Affengesellschaft zu lernen und als Mitglied akzeptiert zu werden, ist unsere wichtigste Aufgabe.“ Die traurige Geschichte hat das Affenbaby Anfang des Jahres zum Internetstar gemacht und dem Zoo einen Besucheransturm beschert. So groß, dass der Zoo Regeln für die Zuschauer erlassen musste: „Bitte halten Sie sich an die 10-Minuten-Regel für die erste Reihe“ um das Affengehege, schrieb der Zoo auf X (verlinkt auf https://x.com/ichikawa_zoo/status/2027581948311572597?s=20) . Inzwischen haben Millionen Menschen weltweit Anteil am Schicksal des kleinen Japanmakaken genommen. In zahlreichen Memes wurde er zum Sinnbild für Vereinsamung, aber auch für Widerstandskraft gemacht. Doch es gibt auch warnende Stimmen, etwa von der Welttierschutzgesellschaft: „Der Fall zeigt leider, dass aus Mitgefühl oft ein aus Tierschutzsicht problematischer Impuls folgt: Menschen wollen Punch adoptieren, Trost kuscheln oder beschützen“, heißt es auf der Homepage (verlinkt auf https://welttierschutz.org/affe-punch/) . In den Kommentaren sei immer wieder zu lesen, dass man Punch aufnehmen und als Haustier pflegen möchte. „Die Grenzen zwischen Wild- und Haustieren verschwimmen“, heißt es weiter. Immer stärker wachse die Nachfrage, Wildtieren nahe zu sein und sie als Haustiere zu halten. „Fotos und Videos in den sozialen Netzwerken, in denen etwa Affen als Haustiere oder zur Unterhaltung nahe am Menschen dargestellt werden, mögen harmlos wirken: Sie sind aber aus Tierschutzsicht hochproblematisch.“