Welt 07.07.2026
13:53 Uhr

Verdacht auf Körperverletzung – Staatsanwaltschaft ermittelte gegen Berliner SPD-Politiker


Nach einem Streit mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin geriet Christian Hochgrebe ins Visier der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein. Er ist nicht der erste SPD-Politiker, der negative Schlagzeilen macht.

Verdacht auf Körperverletzung – Staatsanwaltschaft ermittelte gegen Berliner SPD-Politiker

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat ein Ermittlungsverfahren gegen den SPD-Politiker und Staatssekretär für Inneres, Christian Hochgrebe, wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Nötigung eingestellt. Anlass für die Ermittlungen war einem Bericht der „B.Z.“ zufolge (verlinkt auf https://www.bz-berlin.de/meinung/kolumne/der-schwarze-peter/gewalt-vorwuerfe-gegen-berliner-spd-politiker) ein Vorfall zwischen Hochgrebe und seiner ehemaligen Lebensgefährtin. Hochgrebe soll deren Wohnung ohne ihre Zustimmung betreten haben. Im sich dann entfaltenden Streit soll die Frau gestürzt sein und sich leicht verletzt haben. Auf Anfrage von WELT erklärte Hochgrebe, dass er die Vorwürfe, „von Anfang an bestritten habe“. Ein Schuldeingeständnis sei damit „zu keinem Zeitpunkt“ verbunden gewesen. Er bitte außerdem, die Privatsphäre von ihm und seiner Familie zu respektieren. Auch die Staatsanwaltschaft betonte gegenüber der „B.Z.“, dass weiterhin die Unschuldsvermutung gelte. Die Einstellung des Verfahrens erfolgte wegen Geringfügigkeit und unter Auflagen: Hochgrebe musste 5000 Euro an die Opferschutzorganisation Weißer Ring zahlen. Weitere Vorwürfe gegen SPD-Kandidaten Hochgrebe ist seit 2023 Staatssekretär im von Iris Spranger (SPD) geführten Senat für Inneres und Sport. Zuvor war er seit 2018 Mitglied des Abgeordnetenhauses Berlin. Zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 kandidiert Hochgrebe auf der Bezirksliste in Charlottenburg-Wilmersdorf auf Platz 7. Er ist nicht der erste Kandidat für die kommenden Wahlen, der für die Berliner SPD negative Schlagzeilen wegen mutmaßlicher Handgreiflichkeiten macht. Maja Lasić, Abgeordnete und Kandidatin im Bezirk Mitte, soll einem Bericht der „B.Z.“ (verlinkt auf https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/angriff-und-drohungen-krach-bei-der-berliner-spd) vom März zufolge einen Genossen attackiert haben. Lasić bestreitet die Vorwürfe. Im Juni berichtete der „Tagesspiegel“ (verlinkt auf https://www.tagesspiegel.de/berlin/er-soll-auf-einen-genossen-losgegangen-sein-spd-politiker-zieht-kandidatur-fur-berlin-wahl-zuruck-15765219.html) , der ebenfalls in Mitte kandidierende Tilmann Häußler habe einen Genossen in der Landeszentrale der Partei, dem Kurt-Schumacher-Haus im Wedding, körperlich angegriffen. Häußler zog daraufhin seine Kandidatur zurück.