Kylian Mbappé machte das, was er am besten kann. Der Superstar der Franzosen nahm im Viertelfinale gegen Marokko Tempo auf und legte den Ball an seinem Gegenspieler vorbei. Marokkos Innenverteidiger Noussair Mazraoui wusste sich nicht anders zu helfen, grätschte, und holte Frankreichs Stürmer im Strafraum von den Beinen. Schiedsrichter Facundo Tello entschied auf – völlig zu Recht – Elfmeter. Doch zwischen dem Elfmeterpfiff und der Ausführung lagen über drei Minuten. Das Foul passierte nach 24:32 Minuten, Mbappé lief nach 27:44 Minuten zum Strafstoß. Viel Zeit, um nachzudenken. Offensichtlich zu viel. Aus unerklärlichen Gründen meldete sich das Videoschiedsrichter-Team zu Wort, um das eindeutige Foul zu überprüfen. Wieder einmal mittendrin als Teil des VAR-Teams: Tatiana Guzman, die bei Deutschlands WM-Aus gegen Paraguay ein Tor von Jonathan Tah in der Verlängerung aberkannt hatte. „Es ist ein Witz, dass Mbappé so lange warten muss“ Neben dem VAR-Team taten die Marokkaner ihr Übriges. Mazraoui ließ sich im Strafraum lange behandeln, und Issa Diop redete auf Frankreichs Ousmane Dembélé ein. Dabei hielt sich Diop die Hand vor den Mund. Nach neuer Regelauslegung hätte er dafür die Rote Karte sehen müssen. Doch Tello sah dies offensichtlich nicht, das VAR-Team griff seinerseits nicht ein. „Es ist ein Witz, dass Mbappé so lange warten muss. Das war schlecht gemacht vom Schiedsrichter-Team“, urteilte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger. „Ich weiß nicht, was da in diesem Raum los war. Vielleicht war Pinkelpause“, sagte Magenta-Experte Jürgen Klopp. Die dreiminütige Wartezeit hinterließ bei Mbappé offensichtlich Spuren. Der Superstar von Real Madrid durfte auch, als der Check vorbei war, noch nicht schießen. Es dauerte nochmals 30 Sekunden, bis er anlaufen durfte. Mbappé verzögerte und schob den Ball schwach in die rechte Ecke. Marokkos Torwart Bono war zur Stelle und parierte den Elfmeter. In der zweiten Halbzeit machte Mbappé es deutlich besser und erzielte mit einem herrlichen Schlenzer den Führungstreffer, Ousmane Dembélé legte nach und sorgte für den Endstand. Frankreich zog mit dem ungefährdeten 2:0 (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/wm/article6a4fbf9bfe4170d03593bd8b/wm-2026-klassenunterschied-im-viertelfinale-frankreich-unterstreicht-titelambitionen.html) hochverdient ins Halbfinale ein.