Welt 03.09.2026
14:41 Uhr

„Unser Problem ist die Abkehr vom Leistungsgedanken“, mahnt der Fressnapf-Gründer


Mit Tierfutter wurde er reich, nun jedoch fehlt Fressnapf-Gründer Torsten Töller (Fressnapf) bei seinen Mitbürgern der Biss. Das liege an den – seiner Meinung nach – zu hohen Sozialleistungen, aber auch an der Einstellung. Längst seien Zugewanderte viel fleißiger, so der Unternehmer.

„Unser Problem ist die Abkehr vom Leistungsgedanken“, mahnt der Fressnapf-Gründer

Er ist einer der wohlhabendsten Deutschen: Torsten Töller, Gründer und Mehrheitseigner der Heimtierbedarf-Kette Fressnapf. Als solcher hat der Unternehmer (Jahrgang 1966) seine eigene Sicht auf die wirtschaftlichen Probleme und die allgemeine Unzufriedenheit in Deutschland. „Ich finde, man kann das nicht nur auf die Politik schieben“, sagte er in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ). (verlinkt auf https://www.sueddeutsche.de/) „Unser Problem ist die Abkehr vom Leistungsgedanken. Viele glauben ans Märchen vom anstrengungslosen Wohlstand.“ Vor allem die junge Generation mit ihren vielen Erben müsse „nicht mehr um Wohlstand kämpfen“, so Töller. Auch seien in Deutschland „die Anreize zu arbeiten zu gering, auch weil die Sozialleistungen zu hoch sind.“ Menschen mit Migrationshintergrund hingegen, die hauptsächlich im Fressnapf-Logistikzentrum in Krefeld arbeiten, seien dort „unser Rückgrat: fleißig, zuverlässig, voller Ehrgeiz, sich was aufzubauen. Dieser Hunger fehlt vielen Deutschen“. Was die steuerliche Belastung für Unternehmen angehe, sei Deutschland „kein schlechter Standort“. Die Einkommensteuer sei zwar relativ hoch und der Spitzensteuersatz würde zwar gerade steigen – „aber mal ehrlich“, so Töller in der „SZ“, „irgendjemand muss ja dafür zahlen, dass wir aus dem Schlamassel rauskommen“. In dem Interview gibt Töller auch persönliche Einblicke. „Reichtum an sich gibt dir keinen Sinn im Leben“, sagte er der „SZ“. „Zu wenig Geld ist schlecht, zu viel macht auch Probleme. Geld ermöglicht sinnvolle Dinge. Aber Reichtum anzuhäufen, macht nicht glücklich.“ Deswegen fliege er auch nie First Class, sondern „immer Economy, außer bei Überseeflügen“. Upgrades gebe er weiter. „Und innerhalb Europas fliege ich nicht Business. Da sehe ich keinen Mehrwert.“