US-Schauspieler Chuck Norris ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie mit. Norris war am Donnerstag auf Hawaii nach einem nicht näher erklärten Notfall ins Krankenhaus eingeliefert worden. Details zur Todesursache wurden nicht genannt. Am Freitag veröffentlichte seine Familie eine Erklärung: „Auch wenn wir die Umstände privat halten möchten, möchten wir Ihnen versichern, dass er von seiner Familie umgeben war und in Frieden gegangen ist.“ Weiter heißt es: „Für die Welt war er ein Kampfkünstler, Schauspieler und ein Symbol der Stärke.“ Und weiter: „Er lebte sein Leben mit Glauben, Zielstrebigkeit und unerschütterlicher Verbundenheit zu den Menschen, die er liebte. Durch seine Arbeit, seine Disziplin und seine Güte inspirierte er Millionen Menschen weltweit und hinterließ einen bleibenden Eindruck im Leben so vieler.“ Auf Leinwand und Bildschirm ließ er meist die Fäuste fliegen. 2012 schlug er in „The Expendables 2“ als Senior der Altherren-Riege noch an der Seite von Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis zu. Der Kampfsportler hatte seit seinem Schauspieldebüt Ende der 1960er-Jahre in einer Reihe von Actionfilmen mitgewirkt. Zur Leinwandikone machte ihn sein Kampf gegen den Kung-Fu-Superstar Bruce Lee in dem Film „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ von 1972. Seinen letzten Auftritt hatte er in „Agent Recon“ von 2024. Ikone eines über Jahrzehnte kultivierten Männlichkeitsbildes Norris, Kampfsport-Großmeister, war Actionstar und Ikone eines über Jahrzehnte kultivierten Männlichkeitsbildes. Mit Rollen in „Walker, Texas Ranger“ sowie zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen prägte er das Bild des unbeugsamen Helden wie kaum ein anderer — und wurde später zugleich zur Projektionsfläche für Internet-Parodien, aber zum Teil auch für politische Vereinnahmungen. Bevor Norris zu einem der bekanntesten Gesichter des Actiongenres wurde, hatte er sich bereits im Wettkampf-Kampfsport einen Namen gemacht. Sechsmal gewann er ungeschlagen die World Professional Middleweight Karate Championship. Darüber hinaus begründete er mit Chun Kuk Do einen eigenen, von koreanischen Traditionen geprägten amerikanischen Karate-Stil. Norris wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Im Alter von zwölf Jahren zog er mit seiner Familie nach Torrance in Kalifornien. Nach dem Schulabschluss trat er 1958 in die U.S. Air Force ein. Während eines Einsatzes in Korea begann er mit dem Training in Kampfkünsten, darunter Judo und Tang Soo Do. Bei der Polizei kam er nur auf die Warteliste 1982 sagte er der Nachrichtenagentur AP über diese Zeit: Er habe sich in der Schule zwar in Gymnastik und Football versucht, sei aber keineswegs ein Naturtalent gewesen. Wirklich athletisch, so Norris, sei er erst während seiner Militärzeit in Korea geworden. Nach seiner ehrenvollen Entlassung aus dem Militär im Jahr 1962 arbeitete Norris zunächst als Aktenverwalter bei Northrop Aircraft. Parallel bewarb er sich bei der Polizei, kam jedoch zunächst nur auf eine Warteliste. Stattdessen begann er, ein Kampfsportstudio aufzubauen, aus dem später eine ganze Kette wurde. Zu seinen Schülern gehörten prominente Namen wie Priscilla Presley oder Steve McQueen. Gerade McQueen, so erzählte Norris später, habe ihn ermutigt, den Weg nach Hollywood einzuschlagen. Norris spielte in mehr als 20 Filmen, darunter „Missing in Action“, „The Delta Force“ und „Sidekicks“. Sein Anspruch, sagte er Anfang der 1980er-Jahre, sei stets gewesen, auf der Leinwand einen klar erkennbaren Helden zu verkörpern. Das Kino der Antihelden habe ihm wenig gegeben; er habe Figuren spielen wollen, auf deren Seite das Publikum sich ohne Zögern schlagen könne. Seine populärste Rolle spielte er 1993 mit der Fernsehserie „Walker, Texas Ranger“. Als moralisch eindeutig positionierter Verbrechensbekämpfer wurde Norris hier endgültig zur TV-Legende. Der konservative Star und Waffenliebhaber konnte sich immer auf eine eingeschworene Fangemeinde stützen. Die Serie lief neun Staffeln lang. 2010 verlieh ihm der damalige texanische Gouverneur Rick Perry den Ehrentitel eines Texas Rangers, später ernannte ihn auch der texanische Senat zum „Ehren-Texaner“. Über die Serie sagte Norris 1996, sie wolle keine Gewalt um ihrer selbst willen zeigen, sondern einen moralischen Rahmen setzen: den Kampf des Gerechten gegen das Unrecht, des Guten gegen das Böse. Dass Norris auch über Selbstironie verfügte, zeigte ein viel beachteter Kurzauftritt in der Komödie „Dodgeball“ aus dem Jahr 2004. Später übernahm er nur vereinzelt noch Rollen, zuletzt im Science-Fiction-Actionfilm „Agent Recon“ von 2024. Spätestens um die Zeit von „Dodgeball“ wurde Norris jedoch noch auf eine andere Weise unsterblich: als Internet-Mythos. Die Chuck-Norris-Witze machten ihn zur popkulturellen Überfigur. In zahllosen bewusst absurden Zuschreibungen wurde er zum übermenschlichen Wesen stilisiert — unbesiegbar, furchteinflößend, allmächtig. Norris schafft darin eigentlich unmögliche Dinge oder kann jemanden immer noch einmal übertrumpfen.