Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich Medienberichten zufolge wegen mangelnder Flugabwehr per Brief mit einem Hilfsgesuch an Washington gewandt. Wenn es um die Raketenabwehr gehe, verlasse sich Kiew auf seine Freunde auf der ganzen Welt, heißt es laut „ The Kyiv Independent (verlinkt auf https://kyivindependent.com/zelensky-sends-trump-urgent-letter-warning-of-critical-missile-defense-shortages/) “ in dem Brief, der dem Medium nach eigenen Angaben vorlag. Die Ukraine sei bereit, die benötigten Patriot-Systeme und Abfangraketen zu kaufen. Beim Schutz gegen ballistische Raketen sei die Ukraine aber fast vollständig von den USA abhängig, schrieb Selenskyj demnach weiter. Laut Bericht beklagt Selenskyj auch, dass Waffenlieferungen über das PURL-Programm, das den Kauf von US-Waffen für die Ukraine durch Nato-Verbündeten vorsieht, nicht mehr der Bedrohungslage des Landes entsprechen. Der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge bestätigte Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn Journalisten, dass Selenskyj US-Präsident Donald Trump und dem US-Kongress ein entsprechendes Schreiben übermittelt habe. Wie akut der Mangel an Flugabwehrraketen ist, zeigte sich bei einem massiven russischen Angriff am Sonntag. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland 30 ballistische Raketen ab, von denen nur elf abgefangen werden konnten. Russland habe auch zwei atomar bestückbare Mittelstreckenraketen vom Typ Oreschnik abgefeuert, erklärte Selenskyj. Eine davon sei in der Region Kiew eingeschlagen, die andere in den besetzten Gebieten in der Region Donezk niedergegangen. Ukraines Parlament billigt EU-Kredit über 90 Milliarden Euro Derweil hat das ukrainische Parlament ein Kreditabkommen mit der Europäischen Union über 90 Milliarden Euro gebilligt. Für die Ratifizierung stimmten 298 Abgeordnete, notwendig gewesen wären mindestens 226 Stimmen. Die EU hatte den Kredit im vergangenen Monat endgültig gebilligt, nachdem Ungarn sein monatelanges Veto zurückgezogen und damit die Entlastung des ukrainischen Haushalts ermöglicht hatte. Präsident Selenskyj dankte den Abgeordneten und den europäischen Partnern unmittelbar nach der Abstimmung. Die EU-Mittel stärkten die Widerstandskraft der Ukraine, betonte er. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte mit, die Abstimmung gebe grünes Licht für erste Auszahlungen im Juni. Die Regierung in Kiew rechnet im kommenden Monat mit 3,2 Milliarden Euro. In diesem Jahr sollen insgesamt 45 Milliarden Euro ausgezahlt werden, die verbleibenden 45 Milliarden Euro sind für das Jahr 2027 vorgesehen. Die Mittel sollen für die nationale Verteidigung und Sicherheit, die Stärkung der Energieversorgung und den Ausgleich des Haushaltsdefizits verwendet werden, erklärte die stellvertretende Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko. Mehr von WELT in Google sehen Google zeigt zu vielen Themen passende Nachrichten an. Nutzer können nun festlegen, welche Quellen ihnen bevorzugt angezeigt werden: WELT als bevorzugtes Medium festlegen (verlinkt auf https://www.google.com/preferences/source?q=welt.de)