Unions-Fraktionsvize Günter Krings (CDU) hat seine Partei vor einer Abkehr von der bisherigen Linie der Abgrenzung zur AfD gewarnt. „Der Begriff Brandmauer ist schlecht gewählt, denn er wird oft so empfunden, als wollten wir die Wähler der AfD einmauern. Von daher kann ich eher dem Begriff der roten Linie etwas abgewinnen“, sagte Krings der „Rheinischen Post“ vor Abschluss der zweitägigen CDU-Präsidiumsklausur am Montag. „Aber er führt zum gleichen Ergebnis: Es kann keine Kooperation der CDU mit der AfD geben, weil das mit den Grundwerten unserer Partei nicht zu vereinbaren ist“, fuhr Krings fort. „Wir müssen uns aber schon jeden Tag aufs Neue die Mühe machen zu begründen, wo die Differenzen liegen.“ Zur innerparteilichen Debatte über mehr soziale Gerechtigkeit in der CDU-Programmatik sagte Krings: „Wir müssen schon fragen: Was heißt denn Gerechtigkeit? Die Rente mit 63 (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/plus6ab150d4708e760b5e066bf9/deutschlands-heikelstes-versprechen-darum-wankt-die-rente-mit-63.html) oder heute 64,5 ist zum Beispiel nicht gerecht“, sagte er. Die Fakten sagten, dass davon überwiegend Gesunde und Gutversorgte profitieren würden, „während andere sie nicht bekommen können, die sie eher gebraucht hätten“, sagte Krings. „Wenn wir hier von der Versicherungs-Mathematik abweichen, dann ist das im Zweifelsfalle keine gerechte Lösung.“ Bei ihrer noch bis Montag dauernden Klausurtagung in Berlin will die CDU-Spitze die jüngsten Wahlschlappen aufarbeiten und den Weg für die anstehenden Reformen abstecken.