Welt 09.07.2026
07:34 Uhr

„Müssen uns auf dauerhaft hohe Ölpreise einstellen“ – Hofreiter warnt wegen neuer Iran-Eskalation


CDU und Grüne rechnen nach der jüngsten Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran nicht mit einer schnellen Entspannung. Sie warnen vor wirtschaftlichen Folgen und einem instabilen Nahen Osten.

„Müssen uns auf dauerhaft hohe Ölpreise einstellen“ – Hofreiter warnt wegen neuer Iran-Eskalation

Nach dem jüngsten Bruch der Waffenruhe zwischen USA und Iran erwarten Außenpolitiker von Regierung und Opposition, dass der Konflikt noch lange mit weitreichenden Folgen für die Weltwirtschaft anhält. Es sei kein Ende der Unsicherheit und Unberechenbarkeit im Nahen Osten zu erwarten, sagte der CDU-Politiker Norbert Röttgen der „Augsburger Allgemeinen“. Dies habe nicht nur erhebliche negative Folgen in der Region, sondern auch „für unsere Wirtschaft und Sicherheit“. Auch der Grünen-Politiker Anton Hofreiter sagte der Zeitung: „Wir müssen uns auf einen lang anhaltenden Konflikt und dauerhaft hohe Ölpreise einstellen.“ Die Auseinandersetzung sei „noch lange nicht beigelegt“. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch am Rande des Nato-Gipfels in Ankara die Waffenruhe mit dem Iran für beendet erklärt und neue Angriffe angekündigt. Er warf Teheran vor, das Rahmenabkommen für eine friedliche Beendigung des Konflikts täglich zu verletzen. Auslöser für die neue Eskalation waren Angriffe auf Schiffe in der Gegend der Straße von Hormus, für die Washington Teheran verantwortlich macht. In der Nacht hatten die USA erneut 90 Ziele im Iran attackiert. Röttgen äußerte Verständnis für die harte Reaktion der USA nach den Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus. Dass der Iran während des Nato-Gipfels in Ankara drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus angegriffen habe, sei „eine offensichtliche Provokation gegenüber den USA“, sagte er. Es sei klar, „dass die USA einen solchen Bruch der Absichtserklärung nicht folgenlos dulden können“. Dennoch trage auch die US-Regierung von Donald Trump eine Verantwortung für die jüngste Eskalation, betonte Röttgen. „Die amerikanische Nahostpolitik ist seit Kriegsbeginn ein Schlingerkurs.“ So hätten die USA „die Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt, die Trump kurz zuvor voreilig ausgesetzt hatte“. Der Grünen-Politiker Hofreiter vertrat die Ansicht, die USA hätten den „Krieg gegen den Iran strategisch verloren“. Washington stehe „schlechter da als vor Beginn des Konflikts, als der Iran die Straße von Hormus noch nicht kontrollierte“.