Welt 11.03.2026
12:47 Uhr

„Mittel zur Machtdemonstration“ – 18-Jähriger überfährt auf Parkplatz Kind


Ein 12-Jähriger wird nach einem Streit auf einem Supermarkt-Parkplatz angefahren und stirbt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 18-jährigen Angeklagten vor, aus Rache gehandelt zu haben.

„Mittel zur Machtdemonstration“ – 18-Jähriger überfährt auf Parkplatz Kind

Ein 12-Jähriger wird auf einem Supermarkt-Parkplatz angefahren und stirbt. Jetzt wirft die Staatsanwaltschaft einem 18-Jährigen vor, einen Mord aus Rache begangen zu haben. Der 18-Jährige habe den sechs Jahre jüngeren Jungen nach einem Streit und nach Beleidigungen mit seinem Auto verfolgt und angefahren, weil er sich zutiefst gekränkt gefühlt habe, hieß es zur Anklageverlesung vor dem Landgericht Heilbronn. Die Mutter des getöteten Kindes verfolgte den Prozessauftakt im Gerichtssaal unter Tränen. „Mittel zur Machtdemonstration“ Ende Januar wurde Anklage wegen Mordverdachts erhoben. Der Fall geschah am 11. September vergangenen Jahres in Niedernhall nordöstlich von Heilbronn in Baden-Württemberg. Im Streit habe das Kind unter anderem damit gedroht, das Auto des 18-Jährigen zu zerkratzen, sagte die Staatsanwältin vor der Jugendkammer des Landgerichts. Der 18-Jährige sei „von Rache getrieben“ worden und habe beschlossen, den 12-Jährigen „als Mittel zur Machtdemonstration massiv abzustrafen“. Der angeklagte junge Mann soll den Jungen verfolgt und überfahren haben. Das Kind war mit dem Fahrrad unterwegs und starb noch vor Ort; sein ein Jahr älterer Freund und Begleiter konnte sich vor dem Auto in Sicherheit bringen und blieb unverletzt. Angeklagter spricht von Fahrfehler Unter Ausschluss der Öffentlichkeit äußerte sich der Angeklagte später zu seinem Lebenslauf. Über seinen Anwalt ließ er zudem eine Stellungnahme verlesen. Darin sprach der Angeklagte selbst von einem Fahrfehler und einem Unfall. Nach seiner eigenen Darstellung gab der Angeklagte zu viel Gas, als er nach dem Streit überstürzt den Parkplatz verlassen wollte. „Wie bei einen Kavalierstart“ sei das gewesen und ein Fahrfehler, ließ er über seinen Anwalt verlesen. Nie habe er die beiden Jungen auf dem Fahrrad und dem Tretroller anfahren wollen. Er habe sie nicht gesehen, „Ich spürte nur einen Schlag, als wäre ich gegen einen Bordstein gefahren“, hieß es in der Einlassung weiter. Das Landgericht Heilbronn hat elf Prozesstage eingeplant.