Welt 19.04.2026
14:59 Uhr

„Hoffen sehr, dass er gut mitmacht“ – Die „Robin Hood“ soll den Wal in die Nordsee bringen


Der gestrandete Buckelwal könnte am Sonntag geborgen werden: Von einer schwimmenden Plattform aus bereiteten Helfer die aufwendige Bergung vor. Der Finanzier der Aktion, Mediamarkt-Gründer Walter Gunz, ist optimistisch.

„Hoffen sehr, dass er gut mitmacht“ – Die „Robin Hood“ soll den Wal in die Nordsee bringen

Nach tagelangen Vorbereitungen ist die Rettung des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals in die entscheidende Phase getreten. Im Hafen von Wismar traf der Schlepper „Robin Hood“ ein, der das Tier in die Nordsee bringen soll. Von einer schwimmenden Plattform aus bereiteten Helfer die aufwendige Bergung vor. Hier können Sie die Wal-Rettungsaktion DIREKT IM LIVESTREAM verfolgen (verlinkt auf https://www.youtube.com/live/kLNb-wTtHk0) Die Rettungsinitiative will das seit Wochen in der Ostsee umherirrende Tier mit einem System aus Luftkissen und Schwimmpontons anheben und bis in die Nordsee oder den offenen Atlantik schleppen. Hinter der Initiative steht neben Mediamarkt-Mitgründer Gunz auch die Unternehmerin Karin Walter-Mommert. In der „Bild“-Zeitung sagte Gunz, (verlinkt auf https://www.bild.de/news/inland/mediamarkt-gruender-walter-gunz-multi-millionaer-will-timmy-retten-69d8b59112ffa038e5ab12c8) dass die Aktion, ihn in die richtige Richtung zu bewegen, am Sonntag beginnen soll. „Wir hoffen sehr, dass er wie bisher gut mitmacht und erkennt, dass wir ihm helfen wollen.“ Ein Transport des gestrandeten Wals könnte nach Plänen der privaten Rettungsinitiative durchaus auch spätabends oder nachts starten. Bereits am Sonntagmorgen waren zwischen dem Hafen in Kirchdorf und dem vor der Insel Poel liegenden Wal immer wieder DLRG-Boote unterwegs. Sie sind auch zur Sicherung des Einsatzpersonals vor Ort. Insgesamt waren fünf DLRG-Boote und ein Jet-Ski am Hafen von Kirchdorf, etwa 20 DLRG-Kräfte sind rund um den Buckelwal im Einsatz. Auf Livestreams im Internet war am Sonntagnachmittag zu sehen, wie mit Hilfe eines Baggers auf der schwimmenden Plattform offenbar weiter Sand unter dem Tier abgepumpt wurde. NDR-Reporter berichteten, zwei Taucher hätten vor dem Wal Plane und Netz ausgerichtet, die Teil der Transportkonstruktion sind. Unterdessen bereitete sich im Hafen von Wismar die Besatzung des Schleppers „Robin Hood“ auf ihren Einsatz vor. Der Schleppkahn aus Stralsund soll den Buckelwal von der Ostsee in die Nordsee ziehen. Kapitän Martin Bocklage sagte der „Bild“-Zeitung, er freue sich „auf diese neue Herausforderung und warte, dass es endlich losgeht“. Fachleute trauen dem Tier Atlantik-Rückkehr nicht zu Die Aktion wird vom Umweltministerium beobachtet und eng mit Behördenvertretern abgestimmt. Geplant ist, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Der Buckelwal sei orientierungslos (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69e33724064e04c985e97c9c/rettung-fuer-buckelwal-wieder-gestoppt-greenpeace-sieht-kaum-ueberlebenschancen.html) und so schwach und geschädigt, dass er die Rückkehr in den Atlantik nicht schaffen werde. Anmerkung der Redaktion: Dieser Text wird fortlaufend aktualisiert