Seit 3 Uhr am Donnerstagmorgen stehen in Hamburg alle U-Bahnen still, von den Bussen der Hamburger Hochbahnen fahren nur vier Linien im normalen Takt, auf elf weiteren läuft ein Notfahrplan mit Abfahrten im 15- bis 60-Minuten-Takt. Der Großteil der knapp 120 Buslinien der bestreikten Hochbahn wird somit gar nicht bedient. Bis Freitagmorgen um 3 Uhr soll der Streik noch andauern. Bis dahin sollten sich Fahrgäste über die HVV-App informieren, ob ihre Busverbindungen möglich sind. So fahren etwa auch die Shuttles zur Arena, wo am Abend Sänger Clueso ein Konzert geben wird. S-Bahnen, Regionalbahnen, Fähren und die Busse der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein sind vom Streik nicht betroffen. Allerdings ruft die Gewerkschaft Verdi ruft bereits zum nächsten Ausstand auf: Und dabei werden sowohl Beschäftigte der Hochbahn als auch der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) zum Streik aufgerufen. Sie sollen demnach am Sonnabend die Arbeit niederlegen. Der Warnstreik beginne um 3 Uhr nachts und dauere 24 Stunden, teilte Verdi mit. Tarifverhandlungen festgefahren „Die Tarifverhandlungen im ÖPNV sind festgefahren wie nie“, begründete Verdi-Vertreterin Irene Hatzidimou den Aufruf. Das liege auch am Sparkurs des rot-grünen Senats. Sowohl die Hochbahn als auch die VHH befänden sich mehrheitlich oder vollständig im Besitz der Stadt. Deshalb müsse sie jetzt von der Bremse gehen und den Weg für eine Einigung freimachen. „Ansonsten ist es völlig sinnlos, sich weiter an Verhandlungstischen zu verausgaben.“ Ende Februar waren Hochbahn und VHH bereits für 48 Stunden bestreikt worden. Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Hochbahn waren zuletzt erneut ohne Einigung geblieben. Die Gespräche sollen am kommenden Montag und Dienstag fortgesetzt werden. Hochbahn und Verdi haben Forderungen schon modifiziert Die Hochbahn hatte zuletzt nach eigenen Angaben ein verbessertes Angebot vorgelegt, das bis zu 8,1 Prozent mehr Entgelt im Monat in mehreren Schritten vorsah – bei einer Laufzeit von 30 Monaten. Verdi wiederum hat seine Forderungen reduziert und für die Beschäftigten eine Entgeltsteigerung von 3,4 Prozent – mindestens aber 150 Euro – bei einer Laufzeit von zwölf Monaten verlangt. Trotzdem kam es zu keiner Einigung. Bei den Verhandlungen mit den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) sieht es ähnlich aus. Hier wurde zuletzt am Mittwoch ergebnislos getagt. Für den Donnerstag hatte man sich darauf verständigen können, dass die VHH nicht bestreikt werden. Für den Sonnabend sieht es nach bisherigem Stand anders aus.