Welt 21.09.2026
15:47 Uhr

„Eure Regenbogenutopie“ – Cottbus reagiert auf Hassbanner gegen St. Pauli


Beim Duell Cottbus gegen St. Pauli prallen zwischen den Fanlagern Welten aufeinander. Die Lausitzer Anhänger tragen das offen zur Schau. Energie weist auf Grundwerte des Klubs hin. Nur eines fehlt dabei.

„Eure Regenbogenutopie“ – Cottbus reagiert auf Hassbanner gegen St. Pauli

Die Fans von Fußball-Zweitligist FC St. Pauli sind beim Gastspiel bei Aufsteiger Energie Cottbus verbal und durch Banner angefeindet worden. Zahlreiche Spruchbänder dokumentierten im Cottbuser H-Block die weit auseinanderliegenden politischen Positionen beider Vereine, schrieb die „Hamburger Morgenpost“. „Eure Realitätsferne ist kaum zu ertragen, den Filz entflechten und das Alerta-Netzwerk zerschlagen!“, hieß es gegen die Hamburger Fans gerichtet. Alerta ist ein internationales Netzwerk, dem sich diverse antirassistische und antifaschistische Fan- und Ultragruppen angeschlossen haben. „Alerta, alerta, antifascista!“ ist ein bekannter, internationaler Schlachtruf der antifaschistischen Bewegung. Das Wort „alerta“ kommt aus dem Spanischen und bedeutet „Alarm“ oder „Wachsamkeit“. Auch war auf einem riesigen Banner zu lesen: „Stets in Watte gepackt, die eigene Blase nie verlassen. Mit dem System im Gleichtakt – man kann Euch nur hassen!“ Eine Reaktion, aber keine Entschuldigung von Energie Cottbus Zudem nahmen die Energie-Anhänger die derzeitigen Probleme bei der Gruppierung „ Ultra (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/ultras/) St. Pauli“ auf. Dort wurden Fälle von Machtmissbrauch bis hin zu sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt öffentlich gemacht. „Eure Regenbogenutopie endet in Pädophilie. (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/plus6a9488fcd88567044d84a8be/leben-mit-paedophilie-man-kann-sich-nicht-vorstellen-was-das-jeden-tag-fuer-eine-kraft-kostet.html) Keine Akzeptanz für Eure kranke Welt“, stand auf einem Plakat. Die Ultra-Gruppe hat bereits Ermittlungen aufgenommen und die Täter mit einem lebenslangen Gruppenausschluss und weiteren Konsequenzen belegt. Die Aufarbeitung scheint aber noch nicht abgeschlossen zu sein. Der Verein hat seine Unterstützung zugesagt. Energie Cottbus reagierte auf die Vorkommnisse aus dem eigenen Fanlager und distanzierte sich. „Geschmack vermag streitbar sein, Diskriminierungen, Herabwürdigung und Gewaltverherrlichung und damit einhergehend die satzungskonformen Grundwerte unseres FC Energie Cottbus e.V. zu missachten, jedoch nicht!“, schrieb der Verein auf Instagram. Eine Entschuldigung erfolgte auf diesem Weg allerdings nicht. St. Pauli war beim Gastspiel in der Lausitz noch zu einem 1:1 gekommen, (verlinkt auf https://sportdaten.welt.de/fussball/2bundesliga/spiele-und-ergebnisse/) trotz Unterzahl. Cottbus führte nach der Gelb-Roten Karte für St. Paulis Tomoya Ando (21.) lange, musste dann aber noch den Ausgleich durch Martijn Kaars (80.) zum 1:1 (1:0) hinnehmen. Justin Butler (37.) hatte Cottbus (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/cottbus/) in Führung gebracht.